Schwarzbraun ist die Haselnuss Nazi-Skandal um Heino

Michael | Männersache 24.03.2018

"Heimat- und Vaterlandslieder" – das klingt einigermaßen nach Deutschtümelei. Weil es das auch ist. Und bevor jetzt wieder all unsere Pseudo-Patrioten aus ihrem Privat-Bunker springen und zur Zimmer-Flak greifen: Nein, gegen Heimat ist absolut nichts einzuwenden.

Heino
Foto:  Getty Images/Jens Schlueter

Man muss sich aber doch fragen, warum ein neues Ministerium geschaffen wurde, über das viele Menschen rätseln. Warum existiert es überhaupt? Hat NRW so etwas nicht schon? Man nennt es Innenministerium. Mussten da nach der Wahl schnell noch ein paar getreue Kofferträger mit lukrativen Posten versorgt werden? Nun gut.

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Das eigentliche Problem ist die unkritische Annahme der Platte. Man sollte schon bewusst wahrnehmen, mit welchen Devotionalien man sich ablichten lässt, denn das Foto macht nachher mit dem eigenen Konterfei die Runde.

Vielleicht hatte die NRW-Heimatministerin Frau Ina Scharrenbach aber auch überhaupt keine Bedenken hinsichtlich der SS-Verknüpfung einiger Lieder. Sie ist ja auch noch jung, hat als Jahrgang 76 die Gnade der späten Geburt erfahren. Im Gegensatz zu Heino.

 

Heino schenkt Heimatministerin Platte mit martialischem Liedgut

Der nahm 1981, als die kleine Ina fünf Jahre alt war, eine Langspielplatte auf, die unter anderem den Titel Der Gott, der Eisen wachsen ließ enthielt. Das klingt schon etwas seltsam.

Und wenn man sich den Text anschaut, dann geht es da nicht mehr um Heideröslein oder irgendeinen anderen verbrämten, aber harmlosen Naturkitsch, sondern um die Beschreibung einer martialischen Schlacht gegen…tja…alles Un-Deutsche, möchte man meinen:

Wir wollen heute Mann für Mann
mit Blut das Eisen röten,
mit Henker- und mit Knechteblut,
o süßer Tag der Rache!
Das klinget allen Deutschen gut,
das ist die große Sache.

Das sogenannte Vaterlandslied, von Ernst Moritz Arndt 1812 geschrieben, war ursprünglich gegen Napoleon gerichtet, wurde von der SS mithin später nur instrumentalisiert.

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Aber die Frage bleibt doch: Musste Heino ein solches Lied unbedingt in den Achtzigern nochmal aufnehmen? Und vor allem: Überreicht man so etwas einer deutschen Ministerin im Jahre 2018? Heino macht das. Und Ina mag das.

Warum nun überhaupt ausgerechnet  Heino im NRW-Heimatministerium bei Frau Scharrenbach auftauchte und ein solches Tonwerk überreichte, ist schnell geklärt. Er war schlicht der einzige Promi, der sich für die Einladung des Ministeriums interessierte.

Alle anderen 47 nominierten Heimatbotschafter, wie etwa Gerald Asamoah oder Nelson Müller haben dankend abgelehnt.

Schwarzbraun ist die Haselnuss.

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