Corona-Update

Schweiz: Pflegekräfte wollen sich nicht impfen lassen

Die Impfbereitschaft gegen das Coronavirus ist bei Schweizer Pflegekräften gering. Doch das könnte sich in den kommenden Wochen ändern, vermuten Experten.

Corona-Impfungen in der Schweiz
Corona-Impfungen in der Schweiz Foto: iStock / blueshot

Die Skepsis gegen den Coronaimpfstoff ist bei Pflegekräften in der Schweiz aktuell hoch. Die Angst vor Komplikationen und/oder Langzeitschäden drückt die Impfbereitschaft nach unten.

Impfskepsis unter Pflegekräften in der Schweiz

Eine Umfrage vom Oktober 2020 zeigt, dass sich nur ein Drittel des Pflegepersonals so schnell wie möglich impfen lassen will. Konkrete Beispiele belegen das Ergebnis der Studie.

So lassen sich im Alterswohn- und Pflegeheim Magda in Hilterfingen nur 25 Prozent des Personals impfen, verrät die Leiterin Sonja Bühler. In anderen Altersheimen sieht es ganz ähnlich aus, wenn nicht sogar schlimmer. Hingegen liegt die Impfbereitschaft bei den Heimbewohnern bei 80 Prozent und mehr, wie z. B. im Altersheim Rotmonten in St. Gallen.

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Schutz vor der Virus für alle

Die Skepsis unter dem Personal sei groß, weswegen zahlreiche Heimleiter nun ausführlich über den Impfstoff, die Risiken sowie den Nutzen einer Impfung unterrichten wollen.

Es gehe dabei "nicht primär um das Erreichen einer möglichst hohen Impfrate", so der Vorstand der Vereinigung der Kantonsärzte. Thomas Steffen. Vielmehr gehe es um den Schutz der Heimbewohner und des Personals.

Der Nutzen im Alltag

In der Schweiz gibt es keine Impfpflicht. Nicht zuletzt deswegen seien "die individuellen Entscheide des Personals zu respektieren", betont Daniel Höchli, Direktor des Verbandes Curaviva.

Bei den Impfverweigerern müsse zwischen denen unterschieden werden, die sich generell nicht impfen lassen wollen und denen, die bezüglich des Vakzins noch offene Fragen haben. Thomas Steffen geht davon aus, dass die Zahl der Impfwilligen noch steigen wird, sobald Fragen beantwortet und Sorgen beseitigt werden können.

Zudem ist er sich sicher, dass "der Nutzen der Impfung im Alltag" ebenfalls zu einer gesteigerten Impfbereitschaft führen wird.