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Trotz Rekord-Infektionszahlen: Schweden lockert Corona-Maßnahmen

Diese Schweden gehen in der Corona-Krise doch wirklich immer einen Sonderweg! Die entscheidende Frage lautet: Ist das gut oder schlecht? Oder beides? Eine Bestandsaufnahme.

Schwedische Fußgängerzone
Fußgängerzone in Schweden (Symbolbild) Foto: imago images / TT

Schwedischer Sonderweg

Als Corona in Europa zu wüten begann, beeilten sich die europäischen Staaten, weitreichende Maßnahmen zu erlassen, die eine Eindämmung des Virus zur Folgen haben sollten. In vielen Ländern war Lockdown-Zeit.

Nicht so in Schweden. Dort beließ man es bei Empfehlungen an die Bevölkerung und setzte ansonsten auf die Disziplin der Einwohner.

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Richtig oder falsch?

Das hat nur teilweise geklappt. Die Zahl der Infizierten stieg rasant, die Todesfallrate war überdurchschnittlich hoch. Betroffen waren vor allem ältere Mitbürger – man hatte versäumt, spezielle Hygienekonzepte für Altenheime zu entwickeln.

Der Rest Europas sah sich und seine harten Maßnahmen dadurch legitimiert. Allerdings litt die Wirtschaft deutlich stärker darunter. Und dann fielen im Sommer die Infektionszahlen, auch in Schweden. Nun schien es so, als habe Schweden den richtigen Weg gewählt.

Konsequente Skandinavier

Und wie sieht es jetzt aus, wo Ende Oktober 2020 die zweite Welle durch Europa schwappt und die Infektionszahlen auf einem Rekordhoch liegen, auch in Schweden?

Antwort: genau so wie zu Anfang des Jahres. Schweden bleibt seiner Linie treu und belässt es bei Ermahnungen und verhängt nur dort, wo die Zahlen besonders hoch sind, verschärfte Maßnahmen.

Am Leben, aber depressiv

Aber hat man auch aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt? Werden die Alten nun besonders geschützt? Im Gegenteil! Jüngst wurde die Empfehlung, dass Bürger ab einem gewissen Alter besser auf die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel verzichten sollten, aufgehoben.

Begründung: Die Einschränkungen hätten die körperliche, aber vor allem auch psychische Gesundheit der älteren Bürger stark belastet, die Zahl der Depressionen sei stark angestiegen.

Und weil die Schweden auch weiterhin konsequent bleiben wollen, werden weitere Beschränkungen gelockert. Auf Veranstaltungen dürfen sich ab sofort wieder bis zu 300 Personen zusammenfinden, davor waren es maximal 50.

Fazit

Man könnte sagen: Während alle anderen Länder im Zuge der zweiten Corona-Welle dichtmachen und ihr öffentliches Leben wieder nahezu stilllegen, macht Schweden auf, lockert eine Corona-Regel nach der anderen.

Es bleibt abzuwarten, ob die Skandinavier damit richtig liegen. Wenn es in diesem Zusammenhang nicht so makaber klänge, wäre man fast versucht zu sagen: Am Ende der Schlacht werden die Toten gezählt.