Gesundheits- und Sozialsektor Schweden: Arbeitszeit pro Tag auf sechs Stunden reduziert

15.11.2017
Schweden: Arbeitszeit pro Tag auf sechs Stunden reduziert
© iStock / sebastianosecondi

Das Wichtigste vorweg: Qualität und Produktivität steigen, der Krankenstand sinkt. In Schweden laufen erfolgreiche Versuche im Gesundheits- sowie Sozialsektor, den Arbeitstag bei vollem Lohnausgleich zu verkürzen.

Dem traditionellen Acht-Stunden-Arbeitstag geht es zunehmend an den Kragen. Deutsche Wirtschaftsweisen halten ihn für veraltet und in Schweden gibt es zahlreiche Positivbeispiele für Modelle, die aus dem klassischen Konzept ausbrechen.

Insbesondere in Krankenhäusern und im Sozialwesen laufen aktuell Versuche, die auf den Sechs-Stunden-Tag setzen. Bis Ende letzten Jahres galt dieser auch für 70 Beschäftigte eines kommunalen Altenheims in Göteborg, was zu einem reduzierten Krankenstand von gut einem Fünftel führte.

Acht Stunden sind "veraltet"

8-Stunden-Tag ist laut Wirtschaftsweisem "veraltet"

Weiterhin fühlten sich die Angestellten weniger gestresst, ausgeruhter und damit insgesamt zufriedener. Das wiederum hatte einen positiven Effekt auf die Pflege der Altenheimbewohner, die eine bessere Versorgung erhielten.

Dieses konkrete Projekt wurde allerdings eingestellt, weil den Sozialdemokraten in der rot-grünen Kommunalkoalition die Zusatzkosten von etwa 80.000 Euro im Versuchszeitraum zu hoch waren. Experten der Universität Stockholm halten dagegen: Langfristig wirft der Sechs-Stunden-Tag ihrer Ansicht nach Gewinne ab, weil einem weniger gestressten Personal weniger kostspielige Fehler unterlaufen.

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