News-Update

"Schubs mich und du fängst dir 'ne Kugel": Polizist eskaliert auf Demo in Dresden

Bei einer "Seebrücke"-Demonstration in Dresden ist ein Polizist ausgeflippt. Er drohte einem Protestler mit Erschießung.

Polizist
Bei einer Demonstration in Dresden drohte die Lage zu eskalieren (Symbolfoto) Foto: iStock / Pradeep Thomas Thundiyil

Polizist eskaliert auf Demo in Dresden

Am 20. September 2020 demonstrierten Anhänger des Aktionsbündnisses "Seebrücke" in Dresden für die generelle EU-Aufnahme von Flüchtlingen, die sich an den europäischen Außengrenzen in menschenunwürdigen Aufnahmelagern sammeln.

Bei einem Zusammenstoß mit der Polizei drohte ein Beamter einem Demonstranten dann mit dem Gebrauch seiner Dienstwaffe.

JW Video Platzhalter
Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Eskalation nach Ende der Demonstration

Rund 400 Anhänger versammelten sich auf dem Alaunplatz in der Dresdner Neustadt. Anschließend zogen die Protestler mit Bannern und Transparenten in Richtung Kulturpalast. Nachdem die Versammlungsleiterin die Aktion gegen 16 Uhr für beendet erklärte, kam es zu der Eskalation.

Am Pirnaischen Platz versammelte sich eine Gruppe Vermummter. Diese ignorierte die polizeiliche Aufforderung, den Weg freizumachen, woraufhin sich der Polizei-Einsatzleiter der Gruppe näherte, um sie zurückzudrängen. Einem der Vermummten rief er dabei zu: "Schubs mich und du fängst dir 'ne Kugel!" – gleichzeitig legte der Polizist die Hand auf seine Pistole.

Andere Beamte griffen anschließend deeskalierend ein und entschärften die Situation.

Stellungnahmen der Konfliktparteien

Die Dresdner Polizei nahm noch am selben Tag via "Medienservice Sachsen" Stellung zu dem Vorfall:

"... Der veröffentlichten Szene vorausgegangen, war der Wurf eines Nebeltopfes aus der Versammlung heraus. Der Einsatzleiter entschied sich daraufhin alleine den Nebeltopf als Beweismittel zu sichern. In der Folge bedrängten ihn 25 bis 30 vermummte Versammlungsteilnehmer. Der Beamte verspürte dabei einen Stoß in Brusthöhe. Der Beamte versuchte sich daraufhin rückwärts von den Personen zu entfernen. Dabei legte er seine Hand über die Waffe, um vorsorglich eine Wegnahme seiner Dienstwaffe zu verhindern."

Der besagte Polizeibeamte hat den Wortlaut seinerseits mittlerweile bestätigt. Er bedaure diesen, verwies aber gleichzeitig darauf, dass die Anwendung der Schusswaffe oder auch nur deren Androhung nie eine Handlungsoption für ihn gewesen sei.

Die Antifa-Gruppierung URA aus Dresden teilte unterdessen mit, dass der Einsatzleiter den Rauchtopf gezielt in die Richtung der Demonstrierenden getreten habe. Zudem soll der Polizist versucht haben, Transparente herunterzureißen. Auch soll der Einsatzleiter seine Waffe bereits einige Zentimeter aus dem Holster gehoben haben.