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News-Update

Schäuble knallhart: Nicht alles der Rettung von Leben unterordnen

Es ist ein ganz heikles Thema: Steht der Schutz menschlichen Lebens über allem anderen? Wolfgang Schäuble stellt eine - wie es scheint - provokante These auf.

Wolfgang Schäuble
Wolfgang Schäuble Getty Images / Kenzo Tribouillard

Schäuble mit provokanter These

Es war nur einen Frage der Zeit: Irgendwann musste dieses ethische Dilemma aufkommen. Können wir in der Corona-Krise immer alles dem Schutz des menschlichen Lebens unterordnen?

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat sich jetzt als erster aus der Deckung gewagt und fordert, zuallererst etwas ganz anderes zu schützen.

Nicht alles ist ewig zu kompensieren

Als Ex-Finanzminister (2009-2017) war er der große Verteidiger der schwarzen Null und darum bemüht, den Schuldenberg Deutschlands sukzessive abzubauen. Andere kritisierten dagegen, dass er das Land auf diese Weise kaputtspare.

Auch jetzt warnt er vor der Illusion, dass mit Steuermitteln in unbegrenzter Höhe alles zu regeln und der Lockdown ewig lang aufrechtzuerhalten sei. Er spüre

„im Moment ein verbreitetes Gefühl, wir könnten jedes Problem mit unbegrenzten staatlichen Mitteln lösen, und die Wirtschaft kriegen wir hinterher wieder mit einem Konjunkturprogramm in Gang“
Wolfgang Schäuble

Wirtschaft wichtiger als Menschenleben?

Will Schäuble damit sagen, dass menschliches Leben so langsam gegen die Interessen der deutschen Wirtschaft zurückstecken muss? Ja und nein. So krass und überspitzt, wie es in dieser Frage zusammengefasst ist, will er es natürlich nicht verstanden wissen.

Vielmehr glaubt er daran, dass beides seine Berechtigung hat und etwas anderes oberste Priorität hat:

„Wenn es überhaupt einen absoluten Wert in unserem Grundgesetz gibt, dann ist das die Würde des Menschen. Die ist unantastbar. Aber sie schließt nicht aus, dass wir sterben müssen.“
Wolfgang Schäuble

Mit anderen Worten: Ja, Menschen müssen geschützt werden. Und die deutsche Wirtschaft auch. Letztlich müssen wir alle irgendwann sterben, wichtig sei es aber, dass wir bis dahin ein Leben in Würde führen konnten. Was für Schäuble offensichtlich und unbedingt eine funktionierende Wirtschaft beinhaltet.

So provokant die Ausgangsthese ist, fällt es auch schwer, seine Argumentation rundherum abzulehnen. Für die momentane Pandemie mit ihren Einschränkungen bedeutet das weiterhin den Auftrag an Merkel, stets mit Augenmaß zu schauen, was den Menschen und der Wirtschaft zuzumuten ist.

Nur so kommen wir anscheinend mit Würde durch diese epochale Krise.

Seit Dezember 2019 verbreitet sich das Coronavirus. Ausgehend von der chinesischen Millionenstadt Wuhan, hat die Epidemie mittlerweile alle Kontinente erreicht. Bislang starben nach WHO-Angaben weltweit über 193.000 Menschen an der rätselhaften Lungenkrankheit, über 2.800.000 haben sich infiziert (Stand: 27. April 2020).

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