Klassiker aus Roggen Rye Whiskey – Comeback des Whiskey-Veteranen

Redaktion Männersache 14.12.2017

Lange Zeit wurde Rye Whiskey vom Bourbon verdrängt. Jetzt ist die Roggenspirituose zurück. Hier erfährst du mehr zum Klassiker.

Rye Whiskey – Comeback des Whiskey-Veteranen
Foto:  Lacheev/iStock
 

Was steckt in Rye Whiskey?

"Rye" steht für Roggen. Entsprechend ist Roggen mit 51 Prozent die Hauptzutat im amerikanischen Rye Whiskey. Wie der Maisanteil im Bourbon ist auch der Roggenanteil im Rye Whiskey in der Verwaltungsverordnung "Code of Federal Regulations" festgeschrieben. Neben dem Roggen enthält die Maische in der Regel Mais und Gerste. Gerade der Roggen sorgt dafür, dass der Rye Whiskey im Vergleich zum Bourbon würziger, trockener und bitterer schmeckt. Wegen seines stärkeren Geschmacks wird der Rye übrigens häufig mit dem schottischen Islay Whisky verglichen.

Die Verwaltungsverordnung aus dem "Code of Federal Regulations" gibt auch für den Rye Whiskey vor, dass der Alkoholgehalt bei der Herstellung nicht mehr als 80 Prozent und zu Beginn der Lagerung nicht über 62,5 Prozent betragen darf. Wie der Bourbon soll auch der Rye laut Gesetz in neuen verkohlten Fässern aus der amerikanischen Weiß-Eiche reifen. Eine Mindestdauer steht hier nicht. Lagert der Whiskey aber mindestens zwei Jahre im Fass, darf er den Zusatz "straight" tragen. Bis zu einer Lagerdauer von vier Jahren muss die Zeitangabe auf dem Etikett vermerkt werden.

 

Wann ist ein Whiskey ein Rye Whiskey?

Enthält ein Whiskey nicht mindestens 51 Roggen, darf er nicht als Rye bezeichnet werden. Mit einer Ausnahme: Kanada. Der Tradition nach darf sich jeder kanadische Whiskey Rye nennen. Warum? Canadian Whiskey und Rye Whiskey waren lange Zeit identisch, da der Whiskey in Kanada lange mit einem großen Roggenanteil produziert wurde. Erst in den letzten Jahrzehnten änderten die Kanadier die Herstellung und tauschten den Roggen häufig gegen Mais und Weizen ein. Trotzdem darf der Canadian Whiskey weiter das Etikett Rye Whiskey tragen. Denn: Die kanadischen Gesetze für Canadian Whiskey und Canadian Rye Whiskey sind identisch, die Grundstoffe werden nicht näher festgelegt.

 

Rye Whiskey: Die Geschichte

Lange war der Rye der Nummer-1-Whiskey der Amerikaner. Bis zur Prohibition von 1920 bis 1933. Durch den 18. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten wurde Alkohol im ganzen Land verboten. Obwohl die gesetzlich verordnete Abstinenz schließlich wieder aufgehoben wurde, überlebten der Rye und seine Destillerien die per Gesetz verordnete Enthaltsamkeitsphase der Amerikaner nicht. Während der Prohibition boomte die illegale Alkoholproduktion inklusive sogenannter Speakeasys (Dt.: Flüsterkneipen). Man setzte bei der illegalen Produktion jedoch vermehrt auf weniger kräftigen Alkohol wie Blended Whisky , Gin  und Rum.

Wegen der geschmacklichen Veränderung in der Zeit der illegalen Spirituosen, wollte auch nach der Aufhebung des Gesetzes kaum jemand mehr den kräftigen Rye trinken. An seine Stelle setzte sich der mildere und süßere Bourbon, der bis heute zu den beliebtesten Whiskey-Sorten gehört. Der würzige Rye wurde danach vor allem in den verschiedenen Versionen des Folk-Songs "Rye Whiskey" besungen – und sein Ableben betrauert.

 

Das Comeback des Rye Whiskeys

Seit den 2000er Jahren erlebt der kräftige Rye ein Comeback. Nachdem die meisten historischen Brennereien in Pennsylvania und Maryland der Prohibition zum Opfer gefallen waren, übernahmen in diesem Jahrtausend vor allem die Bourbon-Destillerien in Kentucky und Tennessee die Produktion des Roggen-Whiskeys, allerdings unter den historischen Marken und Vintage-Etiketten. So gehören heute unter anderem Pikesville, Rittenhouse Rye 100 Proof und Michter’s 10 Year Old Straight Rye Whiskey zu den beliebtesten Rye Whiskeys aus den USA.

Doch wieso die Trendwende in Sachen Whiskey? Die Rückkehr zum historischen Rye ist vor allem der Cocktail-Liebe vieler jüngerer Leute geschuldet. Denn: Barkeeper nutzen zum Mixen von Whiskey-Cocktails lieber den kräftigen Rye als den geschmacklich milderen Bourbon.

Diese Cocktails enthalten der Tradition nach Rye Whiskey:

  • Old Fashioned
  • Manhattan
  • Whiskey Sour
  • Diamondback
  • Sazerac
  • Boulevardier
  • Southern Baptist

Doch nicht nur als Cocktail-Zutat ist Rye zurück und beliebt. Besonders durch die Trendwende zu Single Malts sind Whiskey-Kenner wieder auf den Geschmack gekommen und lieben die Roggenspirituose besonders für ihre kräftige, herbe Note. Besonders im Premiumsegment ist Rye heute vertreten und wird gern auch pur genossen.

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