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Geheimnisvolle Orte Deutschlands

Rungholt: Das Atlantis der Nordsee

Rungholt war im Mittelalter eine der reichsten und größten Siedlungen in Deutschland. Doch dann ging die Stadt unter und wurde zum Mythos.

Rungholt wurde zum Atlantis der Nordsee
Rungholt wurde zum Atlantis der Nordsee iStock / ratpack223; Wikimedia / J. N. Schmidt, C. A. Reitzel - Kgl. Bibliotek

Die "Nordsee-Metropole" wurde auf einer Insel errichtet. Im 14. Jahrhundert lebten hier etwa 1.500 bis 2.000 Menschen. Das ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass Kiel zu der Zeit etwa genauso viele Einwohner hatte und Hamburg gerade einmal von etwa 5.000 Seelen bewohnt wurde.

Rungholt lag auf einem Gebiet, dass sich Uthlande (Außengebiete) nannte. Diese dem Festland vorgelagerten Gebiete bildeten einen eigenen Rechtsraum und hatten zahlreiche Handelsverträge mit anderen Küstenregionen. Doch der torfige Untergrund, auf dem die Stadt errichtet war, sollte den Einwohnern zum Verhängnis werden.

Der katastrophalen Marcellusflut vom 16. Januar 1362 konnte der Boden nicht standhalten und die Insel wurde samt Häusern und seinen Bewohnern hinfortgespült. Alle Spuren der Stadt wurden komplett ausgelöscht. Wo zuvor das Leben tobte, war nun nur noch Wattenmeer.

Wo einst Rungholt lag, ist heute nur noch Meer
Wo einst Rungholt lag, ist heute nur noch Meer Wikimedia / Runga; Google / GeoBasis-DE/BKG

Es gab keine materiellen Belege für Rungholt

Im Laufe der Jahrhunderte geriet Rungholt in Vergessenheit und wurde immer mehr zum Mythos. Es gab keine Beweise, die auf die Existenz der Stadt hindeuteten. Chronisten des 17. Jahrhunderts berichteten zwar von Funden im Watt, aber materielle Belege waren das noch nicht.

Erst 1921 wurden Überreste von Warften, Bauten und Zisternen freigespült. Man glich den Standort der Objekte mit einer Karte des 17. Jahrhunderts ab, die die Region von 1240 zeigen sollte. Die Fundorte stimmten mit der Position von Rungholt auf der alten Karte überein.

Dann tauchte in einem Archiv eine Handelsvereinbarung Hamburger Kaufleute vom 1. Mai 1361 auf, in der die mysteriöse Nordsee-Stadt erwähnt war. Zusätzlich wurde in einem Testament von 1345 der Stadtname entdeckt.

Beide Dokumente wurden vor der Marcellusflut erstellt. Nun hatten die Forscher Gewissheit: Rungholt war keine Legende. Die Stadt existierte wirklich.

Nach und nach wurden immer mehr Teile im Watt als Überreste der Stadt erkannt und erforscht. Schleusen, Keramik und sogar Brunnen und Deichansätze wurden erkannt. Die geheimnisvolle Stadt Rungholt wurde zum Atlantis der Nordsee.

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