wird geladen...
News-Update

Rassismus-Skandal bei Champions-League-Spiel in Paris: Erdogan äußert sich

Beim CL-Spiel zwischen Paris Saint Germain und dem türkischen Vertreter Basaksehir kam es am 8. Dezember 2020 zu einem Spielabbruch wegen einer rassistischen Äußerung - nun schaltet sich auch der türkische Präsident Erdogan ein.

Pierre Webo, Recep Erdogan
Der Skandal beim CL-Spiel zwischen PSG und Basaksehir ruft den türkischen Präsidenten Erdogan auf den Plan Foto: GettyImges/ FRANCK FIFE, GettyImages/ Sean Gallup

Beim Stand von 0:0 wurde das CL-Spiel zwischen PSG und dem Istanbuler Club Basaksehir nach 13 Minuten zunächst unterbrochen und später dann abgebrochen. Die Profis des türkischen Erstligisten hatten sich geweigert weiterzuspielen, weil ihr dunkelhäutiger Co-Trainer Pierre Webo vom vierten Offiziellen Sebastian Colţescu rassistisch beleidigt worden sein soll.

Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Rassismus-Skandal bei Champions-League-Spiel in Paris

In der 13. Minute grätschte PSG-Verteidiger Kimpembe den gegnerischen Gulbrandsen um. Infolge der lautstarken Proteste vonseiten der Basaksehir-Bank empfahl Colţescu dem Hauptschiedsrichter Ovidiu Hategan eine Rote Karte für Webo und gebrauchte dabei die Bezeichnung "Negru". Danach eskalierte die Situation vollends und das Spiel konnte nicht fortgesetzt werden.

Colţescu rechtfertigte sich im Anschluss und wies darauf hin, dass "Negru" in der rumänischen Sprache als gängige Bezeichnung für "Schwarzer" gebräuchlich sei. Ein Argument, dass für viele als zu dünn gewertet wurde.

PSG-Superstar Kylian Mbappé jedenfalls fühlte mit dem gegnerischen Co-Trainer und sendete via Twitter ein eindeutiges Statement: "SAY NO TO RACISM. M.WEBO WE ARE WITH YOU."

Erdogan mischt sich ein

Basaksehir wird auch vom türkischen Präsidenten Recep Erdogan unterstützt. Deswegen überraschte es nicht, dass sich der 66-Jährige am Abend noch via Twitter zu dem Skandal mit folgenden Zeilen zu Wort meldete: "Ich verurteile nachdrücklich die rassistischen Äußerungen gegen Pierre Webo, einen Mitarbeiter des Trainer-Teams von Başakşehir, und ich glaube, dass die Uefa die notwendigen Schritte unternehmen wird. Wir sind bedingungslos gegen Rassismus und Diskriminierung im Sport und in allen Lebensbereichen.“

Das ist insofern erstaunlich, als dass sich der türkische Präsident in der Vergangenheit nicht zimperlich beispielsweise im Umgang mit Homosexuellen, Journalisten oder Oppositionellen gezeigt hat.

Das CL-Spiel soll übrigens am 9. Dezember 2020 mit neuem Schiedsrichtergespann nachgeholt werden.