Auto-Update Range Rover Velar: Mr. Freshman aus Solihull

Matador 20.03.2019

An diesem SUV ist alles anders. Fast alles. Die Türgriffe schweben hervor und verschwinden gleich wieder im Lack.

Inhalt
  1. Range Rover Velar: An diesem SUV ist alles anders
  2. Range Rover Velar: Kann auch Offroad
  3. Range Rover Velar: 380 PS sorgen für 250 km/h

Das Panoramadach gleicht einem Himmelsportal und die beiden Monitore auf der Mittelkonsole verwandeln den Innenraum in eine Kommandozentrale des nächsten Jahrhunderts. Der jüngste Range ist schon eine coole Nummer.

Noch ein SUV. Hoch, breit, die Reifen riesig. Im Inneren Raum für eine kleine Fußballmannschaft plus Schiedsrichter und vier Eckfahnen.

Fahrgemeinschaft, heute ist der Velar dran, und das macht den Kids in kurzen Hosen mächtig Spaß. Der nagelneue Range sieht nicht nur besser aus als die herkömmlichen SUVs, er kann auch richtig was.

Range Rover Velar
Range Rover Velar im Gelände   Foto: Land Rover

Wenn mal wieder die Lunte brennt, das Spiel in drei Minuten angepfiffen wird, rennt der Brite mit den hungrigen Luftöffnungen in der Frontschürze so richtig zackig durch die Siedlung.

 

Range Rover Velar: An diesem SUV ist alles anders

Die Abkürzung durch das kleine Wäldchen sorgt für Aufregung in der Botanik und nach ein paar flinken Manövern steht der große Graue mitten auf dem Platz.

Dass Papa noch ein paar Donuts in den Rasen gezeichnet hat, ärgert den Platzwart und sorgt für mächtig Respekt bei der gegnerischen Mannschaft. 380 Pferdestärken plus Hinterachsdifferential sind schon eine feine Sache.

Bisher war der Range Rover Sport die beste Kombination aus britischem Flair und ordentlich Dynamik. Jetzt hat Land Rover die Mischung ein wenig optimiert.

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Das Design des Velar ist weit moderner, wesentlich jünger als alle anderen Modelle der Marke. Den kleinen Evoque nehmen wir mal raus, der ist als Lockvogel für die junge Zielgruppe äußerst erfolgreich, aber als Transporteur von mehr als vier Menschen nicht wirklich zielführend.

Zudem ist er ein glasklarer Asphaltcowboy, im Gelände sieht man ihn selten. Beim Velar ist der Aktionsradius weitaus größer und damit auch der Spaßfaktor.

 

Range Rover Velar: Kann auch Offroad

Wir haben das mal ausprobiert, den Allradler durch feinstes Gelände geschickt und gelernt, dass es zwar Grenzen gibt, aber die erfährt man höchstens, wenn man sich im afrikanischen Busch verfranzt und keinen erfahrenen Scout an Bord hat.

In unseren Gefilden sind die größten Hindernisse die eigene Courage sowie die Angst vor Kratzern und Dellen und natürlich Schranken und Sperren. Der Wald ist halt keine Oase für Offroadfreunde. Trotzdem, was der Velar so alles durchfährt, ist schon erstaunlich.

Range Rover Velar-Cockpit
Range Rover Velar-Cockpit (Ausschnitt)    Foto: Land Rover

Schlaglöcher, in denen man nach einem deftigen Gewitter mittelgroße Karpfen züchten kann, sind kein Thema. Bis 65 Zentimeter tiefe Gewässer kann der Velar durchfahren.

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Das macht man eigentlich nicht, schon deshalb, weil man die Karpfen in Ruhe lassen will, und natürlich auch, weil man in solchen Fällen jemand vor dem Wagen braucht, der die Tiefe mit einem Messstab auslotet.

Einen Zentimeter drüber und die Brühe läuft in den Ansaugtrakt. Motor aus und nasse Füße sind die Folge. Dann lieber durch 30 Zentimeter tiefe Seen pflügen und zuschauen, wie das Wasser die Frontscheibe auf Dichtigkeit überprüft. Das macht deutlich mehr Freude.

Den ersten Wintereinbruch haben wir live hinter dem Steuer des Briten erlebt. In Kooperation mit dem Scorpion von Pirelli auf den Felgen läuft der Range wie ein Uhrwerk. Die Lenkung liefert reichlich Rückmeldung und sie steuert die Räder ausgesprochen sauber durch Matsch und Schnee.

Über die beiden Monitore steuert man das Terrain-Response-System. Man wählt zwischen den verschiedenen Untergrundzuständen, woraufhin die Elektronik den Wagen entsprechend einrichtet. Das Drehmoment wird reduziert, die Höchstgeschwindigkeit begrenzt.

Ist der Wagen mit Luftfederung ausgestattet, hebt und senkt er sich je nach Bedarf. Rampen rauf, Rampen runter. Schräglage, bis die Brille von der Nase rutscht. Über 25 Zentimeter hohe Hindernisse rollen geht auch, die Bodenplatte wird erst ab 26 Zentimeter nervös.

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Voraussetzung: die Luftfederung. Wer ohne fährt, muss mit 60 Zentimeter Wattiefe leben und bereits bei 21,3 Zentimeter um den Unterleib des Engländers zittern. Es wird ein paar Kratzer geben, es sei denn, man gibt den Vollgashengst, dann freut sich die Werkstatt.

 

Range Rover Velar: 380 PS sorgen für 250 km/h

Kein Stück weniger spannend fällt der Tanz auf dem Asphalt aus. 250 Kilometer pro Stunde sind drin, wenn man den P380 wählt – also den V6-Benziner mit 380 PS und maximal 450 Newtonmeter Drehmoment.

Nach 5,7 Sekunden soll der Brite Tempo 100 erreichen, den Verbrauch gibt Land Rover mit 9,4 Litern an. Nach unserer Erfahrung laufen auch gut und gerne 13 bis 15 Liter durch die Leitungen, es hängt wie so oft am Gasfuß, und den haben wir während der Testfahrt oftmals in Richtung Bodenblech versenkt.

Range Rover Velar-Motor
Range Rover Velar-Motor   Foto: Land Rover

Der Velar, dem man ansieht, dass er nicht als Rennpferd geboren wurde, schlug sich auf der Landstraße ziemlich wacker. Die fast 1,9 Tonnen Masse lassen sich erstaunlich sauber und flink auch durch enge Kurven zirkeln.

Der Wagen wankt dabei nicht wirklich, obwohl er dank seines hohen Schwerpunkts eigentlich sollte. Wir haben den Testwagen von 100 Kilometer die Stunde recht energisch auf Stillstand abgebremst und auch das kann er sauber und ohne Schwindelanfälle. Wir hätten nur vorher unser Zeug von der Rückbank nehmen sollen.

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Zum Schluss fragen wir den Velar, was er sonst noch so draufhat. Der Brite dimmt das Licht im Innenraum und erzählt. Stimmung machen könne er. Diffuse Beleuchtung in Blau, Rot, Grün.

Je nach Lust. Die Anlage hat 16 Lautsprecher, Sting singt uns was vor. Die beiden Screens hauen auf den Putz. In ihnen steckt Seele, die man mit dem Finger streicheln kann.

Sein Dach ist fast komplett verglast und ein Fingerzeig genügt, um die Abdeckung unter der Scheibe vor und zurück zu schieben. Der Himmel schickt uns die Sonne in den Wagen, Meat Loaf säuselt "Heaven can wait".

Range Rover Velar-Dachhimmel
Range Rover Velar-Dachhimmel   Foto: Land Rover

Auch gut. Wir sitzen bestens und lernen, dass der Velar nicht nur mit der Außenwelt vernetzt ist, er hat auch einen netten Trick auf Lager. Er lässt sich per Armband auf- und abschließen.

Das ist praktisch, wenn man eine Runde zum Surfen oder Joggen geht und den Schlüssel nicht im Schuh oder sonst wo verstecken will.

Range Rover bietet den Velar als Vier-Zylinder-Diesel oder mit V6-Benzinmotoren an. Die Preise starten bei 56.400 Euro für den 2.0-Liter-Turbodiesel mit 180 PS, den derzeit stärksten Velar P380 in der First Edition bekommt man ab 108.050 Euro.

Range Rover Velar P380
MotorV6 Kompressor
Hubraum2995 ccm
Leistung380 PS
Drehmoment450 Nm
AntriebAllrad
Getriebe8-Gang-Automatik
Leergewicht1884 Kg
V-Max250 km/h
0-100 km/h5,7 s
Verbrauch9,4 l S/100 km
Preis108.050 Euro

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