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Tor zur Hölle

Qatna: Mysteriöser Totenkult in Syriens antiker Stadt

Kaiser, Pharaonen, Priester - seit Menschengedenken widmen sich Kulturen auf der ganzen Welt der Suche nach einer Pforte zum sagenhaften Reich der Toten, ob tief unter Wasser oder in unterirdischen Tunneln. Ganze Religionen gründen sich auf diese Idee. Erst jetzt kommen Archäologen ihren Geheimnissen auf die Spur.

Überreste der antiken Stadt Qatna, Syrien
Überreste der antiken Stadt Qatna, Syrien Instagram / nura.lou

Peter Pfälzner spürt, wie sein Herz klopft, als er die Grabkammer betritt. Der Gedanke, dass er der erste Mensch seit mehr als 3.300 Jahren ist, der einen Fuß in die Königsgruft von Qatna setzt, lässt ihn erschaudern. Der Boden ist übersät mit Steingefäßen, Knochen und Schädeln.

Auf einer Bank liegt das Skelett einer Frau, daneben stapeln sich Schüsseln auf einem Sarkophag. Pfälzner begreift, dass er soeben nicht nur einen der größten Schätze der Archäologie entdeckt hat, sondern auch einem einzigartigen Totenkult auf die Spur gekommen ist.

Jahrtausendelang war der syrische Stadtstaat vergessen, obwohl er einst als Supermacht das Mittelmeer beherrschte. Erst 2002 stößt der Archäologe Peter Pfälzner unter den Ruinen des Königspalasts in 13 Metern Tiefe auf eine ungeplünderte Gruft mit mehr als 2.000 Artefakten. Sieben Jahre später gelingt ihm der zweite Coup: eine weitere Kammer, gefüllt mit Goldschmuck, Waffen - und bis zu 100 Gräbern.

Funde von Nahrungsmittelresten belegen: Die Herren von Qatna stehen in engem Kontakt zu ihren Vorfahren. Immer an Vollmond steigen sie in die Unterwelt hinab, um in der Gruft mit ihren Ahnen rituelle Mahlzeiten abzuhalten und sie um Rat zu fragen. Vor dem Untergang können auch sie Qatna nicht retten: Im Jahr 1340 vor Christus stürmen die Hethiter aus Kleinasien die Stadt und brennen sie vollständig nieder.

Zurzeit sind die Ausgrabungen unterbrochen. Qatna liegt nur 18 Kilometer entfernt von Homs - der Region, wo der Bürgerkrieg am heftigsten wütet. Die Kulturstätte blieb jedoch vor Zerstörungen verschont - noch ...

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