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Superlative

Punt Gun - Die größte Handfeuerwaffe der Welt

Sie ist enorm, eine Feuerwaffe geradezu absurden Ausmaßes und ihre Durchschlagskraft ist legendär. Die Punt Gun ist die größte Handfeuerwaffe der Welt. Waidmannsheil!

Punt Gun im Einsatz
Punt Gun im Einsatz Foto: Getty Images / Topical Press Agency

Die größte Handfeuerwaffe der Welt: Eine Frage der Definition

Es ist so eine Sache mit Begriffen. Sie lösen Assoziationen aus, die oftmals nicht eingehalten werden, wenn es in rekordverdächtige Regionen geht.

Bestes Beispiel dafür ist die Punt Gun, auch als größte "Handfeuerwaffe" bekannt. Wer nun das obige Bild betrachtet, wird sich volkommen zu Recht fragen, wie dieses Monstrum noch als Handfeuerwaffe durchgehen soll, ähnelt es doch eher einer Mini-Haubitze, oder einem kleinen Flak-Geschütz.

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Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

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Punt Gun: Jagd auf Wasservögel

Davon einmal abgesehen, wird die Punt Gun genauso abgefeuert, wie eine normale Schrotflinte: Es wird per Hand ein Abzug betätigt. Insofern passt die Definition dann doch wieder.

Ziel war es von Anfang an, also seit etwa dem späten 19. Jahrhundert, möglichst viele Wasservögel auf einen Schlag zu erlegen. Dazu wurde pro Schuss bis zu einem Pfund an Schrotkugeln verschossen. Bis zu 90 Tiere konnten so mit einem Schuss erlegt werden, was man getrost als Jagd auf industriellem Niveau bezeichnen kann.

Riesige Dimensionen

Der Durchmesser des Gewehrlaufs, genauer das Innere des Laufs, überstieg in der Regel fünf Zentimeter. Die Rückstoßkraft der Riesenwaffe war derart enorm, dass sie nicht freistehend benutzt werden konnte.

Daher legten sich die Schützen auf flache Ruderboote (die namensgebenden "Punts") auf denen die Riesenflinte befestigt war und brachten sich damit auf Seen in Schussposition.

Fleisch und Federn

Vor allem Enten wurden erlegt und dienten im 19. Jahrhundert dazu, die Versorgung kommerzieller Märkte mit Fleisch sicherzustellen. Zusätzlich zum Lebensmittelmarkt kam Mitte des 19. Jahrhunderts in der Frauenmode eine große Nachfrage nach Federn zur Zierde von Hüten hinzu.

In den Vereinigten Staaten erschöpfte diese Praxis die Bestände an wildlebenden Wasservögeln derart schnell und nachhaltig, dass die meisten Staaten diese Praxis bald wieder verboten.

Der "Lacey Act" von 1900 verbot den Transport von frei lebendem Wild über Staatsgrenzen hinweg, und die Praxis der Marktjagd wurde 1918 durch eine Reihe von Bundesgesetzen endgültig untersagt.