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Peter Kürten: Der Vampir von Düsseldorf terrorisiert das Rheinland

Peter Kürten ging als Serienmörder mit dem Spitznamen "Der Vampir von Düsseldorf" in die deutsche Kriminalgeschichte ein. Sein Blutrausch ist beispiellos.

Peter Kürten: Der Vampir von Düsseldorf terrorisiert das Rheinland
Peter Kürten: So brav sah der Vampir von Düsseldorf aus Foto: imago images / United Archives International

Peter Kürten: Wahlloser Blutdurst

Peter Kürten ist zwar als Vampir von Düsseldorf bekannt. Doch anders als sein grausamer Kollege Fritz Haarmann, der Vampir von Hannover, brachte Kürten seine Opfer nicht durch einen Biss in die Kehle um:

Kürten benutzte eine Kaiserschere, einen Hammer oder wahlweise einen Dolch um zu töten.

Den Beinamen Vampir von Düsseldorf verdankte Peter Kürten einem zwar grausamen, aber doch ungewöhnlichen Verbrechen: Im Dezember 1929 tötete er einen Schwan im Düsseldorfer Hofgarten und trank dessen Blut.

Peter Kürtens Kindheit und Jugend

Zwischen Februar 1929 und Mai 1930 verfiel Peter Kürten in einen regelrechten Blutrausch, tötete acht Menschen und attackierte mehr als 20. Sein Revier war Düsseldorf, die Stadt brach in Hysterie aus, als die Polizei die Morde nicht zeitnah aufklären konnte.

Dabei hatte Kürtens Wahnsinn schon viel früher begonnen. Der Serienmörder kam am 26. Mai 1883 als drittältestes von 13 Geschwistern in Mühlheim am Rhein zur Welt. Sein Vater war schwerer Alkoholiker, schlug und terrorisierte die gesamte Familie. Seiner Mutter stand Peter nie nah.

Mit fünf Jahren half Peter einen Hundefänger beim Ertränken zweier Hundewelpen und spürte sofort, dass das Töten ihm Spaß machte.

Von da an gleicht sein Lebensweg Chaos pur. Peter Kürten begeht erste Verbrechen, klaut, legt Brände, belästigt immer wieder Frauen. Er wird verhaftet, eingesperrt, wieder freigelassen und ein ums andere Mal straffällig.

Die Morde: Von der Einzeltat in den Blutrausch

Laut eigener Aussage tötete Peter Kürten 1893, im Alter von neun Jahren, zum ersten Mal: Er habe zwei Spielkameraden am Mühlheimer Rheinufer ins Wasser geschubst und ihnen beim Ertrinken zugesehen.

Da diese Tat nie eindeutig nachgewiesen werden konnte, gilt der Mord an der neunjährigen Christine Klein am 25. Mai 1913 offiziell als erste Tat des Vampirs von Düsseldorf. Einen Tag vor seinem 30. Geburtstag schlich sich Peter Kürten in die Wohnung der Gastwirt-Familie Klein und schnitt der Tochter des Hauses in ihrem Bett die Kehle durch.

Hier entwickelte der Vampir von Düsseldorf ein Muster, das er bei seinen späteren Verbrechen wiederholte: Am Tag nach seiner Tat kehrte er zum Tatort zurück, mischte sich unter die Schaulustigen und spielte den besorgten Bürger.

Prozess und Hinrichtung: Tod dem Vampir von Düsseldorf

Der Fall des Peter Kürten ist deswegen so aufsehenerregend, weil der Rheinländer wegen zigfacher Straftaten zwar polizeibekannt war, aber viel zu spät mit den von ihm begangenen Morden in Verbindung gebracht wurde. Wohl auch deswegen, weil er nach außen hin brav bürgerlich und bodenständig wirkte.

So blieb der Mord an Christine Klein ungelöst, doch Kürten wanderte kurz danach wegen mehrere Diebstähle sechs Jahre ins Gefängnis. Direkt nach seiner Freilassung wurde er erneut straffällig.

So konnte der Vampir von Düsseldorf seine Mordserie erst 1929 wieder aufnehmen. Wahllos lauerte er jungen Frauen und Kindern auf, tötete und trank mehrfach das Blut seiner Opfer. Er selbst gestand später, einem Tötungswahn verfallen zu sein.

Verhaftet wurde Peter Kürten schließlich am 24. Mai 1930, nachdem eine Frau, die seinen Angriff überlebt hatte, ihn identifizieren konnte. Ohne große Umschweife legte der Vampir von Düsseldorf ein Geständnis ab und wurde am 22. April 1931 wegen Mordes in neun Fällen neunmal zum Tode verurteilt. Für sieben Mordversuche erhielt er zusätzlich 15 Jahre Zuchthaus.

Im Juli wurde Peter Küren durch das Beil hingerichtet. Seine letzten Worte sind bis heute berüchtigt:

Kürtens Kopf im Museum

Nach seiner Enthauptung wurde der Vampir von Düsseldorf ohne Kopf bestattet. Wissenschaftler untersuchten das Gehirn nach Abnormitäten – erfolglos.

Der mumifizierte Kopf Peter Kürtens ist bis heute erhalten geblieben und als Exponat im Museum "Ripley’s Believe It or Not!" in Wisconsin Dells zu besichtigen: