Männerspielzeug "Grundgesetze brechen" – Carrera-Chef Stadlbauer plaudert aus dem Nähkästchen

21.08.2018

Carrera ist der Weltmarktführer im Slotracing. Ende der 1990er-Jahre übernahm das Familienunternehmen Stadlbauer die Marke und baute sie durch geschickte Produkterweiterungen und den Sprung in die digitale Welt wieder auf. Andreas Stadlbauer führt die Firma in dritter Generation und weiß viele spannende Geschichten rund um Carrera zu erzählen – im Männersache-Interview.

Per Handschlag besiegelt: Carrera-Chef plaudert aus dem Nähkästchen
Foto:  PR

Herr Stadlbauer, entschuldigen Sie die laienhafte Frage: Hat die Carrera-Bahn etwas mit dem Porsche Carrera zu tun?

"Der Erfinder von Carrera, Hermann Neuhierl, wurde damals von Porsche inspiriert. 'Carrera' ist die spanische Bezeichnung für 'Rennen' und aufgrund der engen Kontakte zur Firma Porsche durfte Neuhierl den Namen damals verwenden. Es war vermutlich nur ein Handschlag, der die Verwendung besiegelte, aber dieser gilt bis heute."

Welches ist das meistverkaufte Modell?

"Das ist der Ferrari von Michael Schumacher."

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Welches war das teuerste Carrera-Auto, das je produziert wurde?

"Das teuerste Carrera-Modell war eine Sonderanfertigung des Ferrari 250 GT. Das kostbare Stück wurde eigens für einen Wüstenscheich vergoldet und hatte einen Gesamtwert von 7.500 Euro.

Ob der glänzende Bolide auch zum Einsatz auf der Schiene kam oder als teuerstes Sammlerstück der Carrera-Geschichte in einer Vitrine steht, blieb jedoch ein Geheimnis der Wüste."

In einer Welt voller Smartphones, Spielkonsolen & Co.: Wie schafft es Carrera, die junge Zielgruppe zu erschließen?

"Für uns ist die digitale Welt sogar ein großer Nutzen gewesen. Wir konnten aufgrund vieler technologischer Entwicklungen den Spielwert der Autorennbahn weiterentwickeln, sprich wir haben Carrera nicht durch irgendwelche Screens ersetzt, sondern wir ergänzen den digitalen Spielemarkt."

Welche Vision haben Sie und Ihr Unternehmen von Carrera?

"Carrera spiegelt die Welt der Automobile und des Motorsports im kleineren Maßstab wider. Ich bin überzeugt, dass es in den nächsten Jahren viele Innovationen und moderne Antriebssysteme geben wird, die das Segment der Fahrzeuge neu definieren.

Man kann sich sicher sein, dass sich diese Welt auch im kleineren Maßstab auf der Carrera-Bahn wiederfinden wird."

Wie sieht die Carrera-Bahn – Ihrer Meinung nach – in 20 Jahren aus?

"Sofern es uns gelingt, physikalische Grundgesetze zu brechen, werden die Carrera-Autos ohne Slot und Leitkiel – aber dafür mit sehr viel Geschwindigkeit und Kurvendynamik – durch den dreidimensionalen Raum sausen.

Sollten wir diese physikalischen Gesetze nicht umgehen können, so werden wir weiterhin mehr und mehr Innovation und Technologie in die Fahrzeuge stecken, wobei auch das gesamte Thema Digitalisierung nicht zu kurz kommen wird.

Am Grundprinzip und am wesentlichen Spaßfaktor werden wir sicherlich nichts ändern: den Gegner überholen, gewinnen und mit coolen Drifts spannende Rennen fahren."

Und eine persönliche Frage, wenn Sie gestatten: Was war Ihr emotionalstes oder schönstes Carrera-Erlebnis?

"Mein emotionalster Moment mit Carrera war Weihnachten vor etwas mehr als 40 Jahren, denn da habe ich zum ersten Mal ein Carrera-Fahrzeug, den BMW 320 Schnitzer Jägermeister mit Hans-Joachim "Strietzel" Stuck am Steuer, unter dem Weihnachtsbaum entdeckt.

An diesen Moment erinnere ich mich immer wieder gern – das war das größte Geschenk für einen kleinen Jungen."

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