Sex-Update

Ökosexualität: Die Erde retten, indem man Sex mit ihr hat

Wenn Menschen von der Natur sexuell angezogen werden, spricht man von Ökosexualität. Das Ziel dabei ist weniger die eigene sexuelle Befriedigung, als vielmehr die Idee, damit die Erde zu retten.

Die Liebe zur Natur
Die Liebe zur Natur Foto: iStock / georgeclerk

Ökosexualität: Was ist das?

Seit einigen Jahren greift ein neuer Sex-Trend um sich: Ökosexualität. Menschen, die in und mit der Natur die Bestätigung ihrer sexuellen Orientierung sehen.

Es wird sich an Bäumen gerieben, das Plätschern des Wasserfalls hat genauso wie die willkürliche Formationen der Wolken eine sexuelle Konnotation und dient der Anregung. Das Liegen im Gras wird zur Streicheleinheit und der Duft von Blumen versetzt Ökosexuelle in pure Ekstase.

Der Ursprung der Ökosexualität

Bekanntheit erlangte diese Orientierung durch die Performancekünstlerinnen und Aktivistinnen Annie Sprinkle und Elizabeth Stephens. Beide gingen im Jahr 2008 eine ökosexuelle Hochzeit ein.

Annie und Elizabeth sehen die Natur nicht mehr als Mutter an, sondern als Liebhaber(in).

Auf der Website der Frauen findet sich ein Manifest, das ihre Bewegung auf den Punkt bringt und in drei Sprachen verfasst ist: Englisch, Spanisch und Katalanisch. Sie haben Filme zu dem Thema gedreht, zum Beispiel eine Dokumentation, die ihre Beziehung zu den Appalachen (Gebirge in Nordamerika) beleuchtet.

Weltweit sollen sich schätzungsweise 100.000 Menschen zur Ökosexualität bekennen.

Alles, um die Erde zu retten

2010 veröffentlicht die New Yorker Autorin und Aktivistin Stefanie Iris Weiss das Buch "Eco-Sex". Darin untersucht sie die schädlichen Folgen von Kondomen, Gleitgel und anderen Sexprodukten auf den Körper und die Umwelt.

Das Bedürfnis nach nachhaltigen Sexprodukten ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Ökosexualität. Gut also, dass der Sex mit der Natur keine Kondome und ähnliche umweltverschmutzenden Produkte benötigt.

Darüber hinaus will die Bewegung auf das Sterben der Natur und den Klimawandel aufmerksam machen. Denn was man liebt, sexuell begehrt und was einem Orgasmen bereitet, will man behalten und nicht zerstören.

"Ich verspreche, Erde, dich zu lieben, zu ehren und zu schätzen, bis der Tod uns für immer näher zusammenbringt", ist der letzte Punkt des Manifests.

"Viva la Ecosex Revolucion!"