Um die Industrie zu beleben Trotz Protest: Norwegen erhöht Walfang-Quote um 28 Prozent

Redaktion Männersache 08.03.2018

Trotz Protesten hat Norwegen die Quote seines Walfangs um 28 Prozent auf 1.278 Tiere im Jahr erhöht. Das Ziel: Die schwächelnde Industrie ankurbeln.

Norwegen erhöht Walfang-Quote um 28 Prozent
© iStock / eco2drew

Die Zahl der Walfangboote ist gesunken und die festgelegten Walfang-Quoten wurden seit einigen Jahren von den Walfängern nicht mehr erreicht. Per Sandberg, Fischereiminister Norwegens, ist allerdings zuversichtlich, dass "die Quote und die Zusammenlegung der Fanggebiete ein guter Ausgangspunkt für eine gute Saison für die Wallfangindustrie sein wird."

Island und Norwegen sind die einzigen Länder, die den Walfang gesetzlich erlauben. Japan fängt zwar auch Wale, offiziell aber nur zu wissenschaftlichen Zwecken – auch wenn ein Großteil des Fleisches auf dem Esstisch landet.

In dem skandinavischen Land verliert die Jagd nach de Riesen-Meeressäugern jedoch mehr und mehr an Popularität. Wie The Guardian schreibt, gab es 1950 rund 350 Walfangschiffe, 2017 nur noch elf. Auch die Zahl der getöteten Wale ist von 660 im Jahr 2015 auf 432 im vergangenen Jahr gesunken.

Walfangprofis argumentieren, dass sie die jährlichen Quoten nicht erreichen, da die Kapazitäten der Walfleischverarbeitungsbetriebe nicht ausreichen und die Treibstoffpreise hoch sind. Wale suchen jetzt nach kälteren Gewässern, die wegen der globalen Erwärmung immer weiter entfernt sind.

Tierschützer hingegen sind der Meinung, das gesunkene Verbraucherinteresse sei der Grund für den Rückgang des Walfangs. "Der norwegische Walfang gehört der Vergangenheit an und wird nur aus engen politischen Gründen aufrechterhalten und sollte so schnell wie möglich auslaufen."

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