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Männerhelden

Was macht Nigel Mansell heute?

Nigel Mansell war der Formel-1-Pilot mit dem Walrossschnauzer, der 1992 Weltmeister wurde. Was macht Nigel Mansell heute?

Nigel Mansell reißt auf dem Siegertreppchen beide Arme hoch
Nigel Mansell nach seinem F1-Sieg in Brands Hatch 1986 Getty Images / Paul-Henri Cahier

Nigel Mansell: Schneller Aufstieg

Nigel Ernest James Mansell wird am 8. August 1953 im britischen Upton-upon-Severn geboren. Wie bei vielen anderen späteren Formel-1-Fahrern beginnt auch seine Karriere im Kartsport. Mit zehn Jahren dreht er seine ersten Runden, mit 14 gewinnt er das erste Rennen und 1973 wird er britischer Kartmeister.

Das ist mittelfristig seine Eintrittskarte in die Formel Ford, in der er ab 1976 fährt und sie nur ein Jahr später gleich gewinnt. Von 42 gefahrenen Rennen holt er dabei 32 nach Hause. Zwei Jahre später ist er in der Formel 3 angekommen, dem Sprungbrett in die Formel 1.

Formel 1 im Lotus-Team

So auch für Mansell, denn in der Formel 3 fällt er Colin Chapman auf, der ihm 1980 ein Cockpit bei Lotus besorgt. Mansell ist mit 27 Jahren in der Königsklasse angekommen. Allerdings ist Lotus kein Top-Team. Immer wieder fällt Mansell wegen der kuriosesten Pannen und Unfälle aus den Punkten.

Zu viel Benzin: Einmal reißt die Benzinleitung seines Boliden, übersprüht Mansell, wodurch er ernsthafte Verbrennungen erleidet.

Zu wenig Benzin: Ein anderes Mal bleibt sein Lotus kurz vor der Zielgeraden beim Großen Preis von Texas ohne Kraftstoff stehen. Beim Versuch, diesen über die Linie zu schieben, bricht Mansell wegen der großen Hitze ohnmächtig zusammen.

Wechsel zu Williams

Insgesamt ist Lotus nicht mit Mansell und er nicht mit Lotus zufrieden. Zudem holt sein Rennstall den jungen, aufstrebenden und offensichtlich sehr talentierten Ayerton Senna ins Team.

Das sind für Mansell Gründe genug, das Team zu wechseln. Williams-Honda bietet ihm einen Platz an der Seite von Keke Rosberg (dem Vater von Nico Rosberg). Mitte des Jahres 1985 bekommen die Boliden neue Motoren von Honda, was sie mit einem Schlag zu den besten Rennautos im ganzen Starterfeld macht.

Folgerichtig gewinnt Mansell in diesem Jahr sein erstes Formel-1-Rennen, ausgerechnet in der britischen Heimat in Brands Hatch (siehe Titelbild). Auch das darauffolgende Rennen in Südafrika kann er für sich entscheiden.

In den Jahren 1986 und 87 ist er auf der Höhe seines Könnens, gewinnt in beiden Saisons die meisten Rennen von allen Fahrern und wird doch beide Male "nur" Vizeweltmeister. 1986 verliert er gegen Alain Prost, 87 gegen seinen neuen Teamkollegen Nelson Piquet.

1990: Nur zweite Geige bei Ferrari

Danach sieht es so aus, als seien Mansells Hey Days bereits vorüber, denn Honda wechselt zum McLaren-Rennstall und Mansell muss fortan mit unterlegenen Motoren vorliebnehmen. Er gewinnt kein einziges Rennen mehr, macht kaum noch Punkte.

Zu allem Überfluss erkrankt er mitten in der Saison an Windpocken, fällt somit gleich für mehrere Rennen aus und ist damit im Gesamtklassement abgeschlagen.

1989 wechselt er zu Ferrari, wird aber auch dort von der Unzuverlässigkeit des Materials sprichwörtlich ausgebremst. Und auch hier bekommt er bald einen Partner an die Seite, dem er nicht gewachsen ist: Alain Prost. 1990 denkt Mansell deswegen laut über sein Karriereende nach, unternimmt dann aber doch noch einen letzten Wechsel.

Zurück zu Williams

Und der sollte sich auszahlen. Zurück im Team Williams läuft es wieder besser. 1991 noch etwas unzuverlässig, schnurrt der neue Williams ein Jahr darauf wie ein Kätzchen, Mansell kann alle Register ziehen und tut das auch. Von den 14 Saison-Rennen gewinnt er neun, was zur damaligen Zeit den Rekord bedeutet, und wird überlegen Weltmeister.

Danach stehen die Zeichen aber schon wieder auf Abschied, denn zum einen fordert Mansell bei seinen Vertragsverhandlungen eine zu hohe Summe, zum anderen wird Alain Prost zu Williams gelockt, ein Rennpartner, mit dem er seit ihren gemeinsamen Ferrari-Zeiten nicht mehr klarkommt. Mansell lässt Williams und die gesamte Formel 1 hinter sich.

Top-Debüt in der IndyCar-Serie

Wie einige ehemalige Formel-1-Fahrer vor ihm wechselt er in die nordamerikanische IndyCar-Serie. Was diesen Wechsel allerdings bemerkenswert, um nicht zu sagen, außergewöhnlich macht, ist, dass Mansell sofort einschlägt wie eine Bombe: Gleich im ersten Rennen fährt er auf die Poleposition, gleich im ersten Rennen holt er seinen ersten Sieg, gleich im ersten Jahr gewinnt er insgesamt vier Rennen und gleich im ersten Jahr holt er die Meisterschaft. Das gab's noch nie.

In der darauffolgenden Saison kann Mansell jedoch nicht an diesen Erfolg anknüpfen und landet im Durchschnitt. Als Ayerton Senna 1994 in Imola tödlich verunglückt, wechselt Mansell ein letztes Mal zurück ins Williams-Cockpit und fährt die Saison zu Ende, wobei er deren letzte Rennen in Adelaide sogar gewinnen kann.

Karriereausklang

1995 unterschreibt Mansell bei McLaren, erkennt aber bald, dass das Auto chancenlos im Formel-1-Feld ist und hängt seine Karriere in dieser Klasse endgültig an den Nagel.

Er fährt noch vereinzelt Rennen, wie beispielsweise die 24 Stunden von Chamonix 1998 oder in der British Touring Car Championship.2005 und 2006 nimmt er an der Grand-Prix-Masters-Rennserie für ehemalige Formel-1-Piloten teil und gewinnt zwei Rennen.

Was macht Nigel Mansell heute?

Nigell Mansell vor einer Vitrine mit Helmen
Nigel Mansell im Jahre 2017 Getty Images / Julien Hekimian

2010 meldet Mansell sich als Teamchef seines eigenen Rennstalls "Beechdean Mansell Motorsport" in der Le Mans Series und im 24-Stunden-Rennen von Le Mans zurück in den Motorsport. Er fährt die Series allerdings nicht selbst, das übernehmen seine beiden Söhne Leo und Greg.

In Le Mans steigt er aber wieder selbst ins Cockpit, verunglückt jedoch wegen eines Reifenschadens und muss von den Streckenposten aus seinem Autowrack befreit werden. Er hat Glück und trägt keine bleibenden Schäden davon.

Im Jahr 2015 wurde die 17. Kurve des "Autodromo Hermanos Rodríguez" zu Ehren von Mansell, dem zweifachen Gewinner des Großen Preises von Mexiko (1987 und 1992), umbenannt.

2018 erhält er den The London Classic Car Show Icon Award.

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