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Mysteriöse Signale: Wissenschaftler vermuten Außerirdische

Die Erde empfängt zurzeit Radiosignale aus den Tiefen des Alls. Das ist erstmal keine Seltenheit, aber eine Sache ist diesmal anders und stellt die Forscher vor eine entscheidende Frage.

Radioteleskope, über ihnen die Milchstraße
Iridische Radioteleskope spüren Signale aus dem All auf Foto: iStock / 00one

Das weiße Rauschen des Urknalls

Gefühlt kommen solche Nachrichten ja in schöner Regelmäßigkeit. Und tatsächlich gibt es in den Weiten des Alls eine Menge Funkverkehr. Die ist allerdings zumeist ein Überbleibsel des Urknalls, ein funktechnischer Nachhall sozusagen.

Wer sich das einmal live anhören will, muss nur einen alten Röhrenfernseher besitzen und dann per Drehschalter von einem klar empfangbaren Kanal ins weiße Rauschen zwischen den Sendern kurbeln. Et voila, Nachrichten aus dem All.

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Wow!

Das Problem dabei: Die Nachrichten sind nicht von E.T. and friends, sondern einfach ein unintelligentes Gewurbel, Hintergrundrauschen genannt. Aber immer mal wieder erreichen die Erde Funkwellen, die aus der Masse hervorstechen.

Das bisher prägnanteste Beispiel hierfür war das sogenannte "Wow-Signal" von 1977, benannt nach der Randnotiz, die der damalige Projektleiter Jerry R. Ehman am Rand des Ausdrucks der Signalkolonne hinterlassen hatte.

Quelle sendet in Regelmäßigkeit

Was die neuen Signale so besonders macht, ist ihre Regelmäßigkeit, ein Phänomen, das bis jetzt noch nie beobachtet wurde. Vier Tage lang "sendet" irgendwer oder irgendwas alle zwei Stunden lang ein Signal, verstummt dann für exakt zwölf Tage, um dann wieder im gleichen Rhythmus von vorne zu beginnen.

Hinter einer solchen Regelmäßigkeit wird natürlich eine intelligente Ursache vermutet.

Aufgeschnappt hat die Signale ein Radioteleskop des "Canadian Hydrogen Intensity Mapping Experiment Fast Radio Burst Project" (CHIME/FRB) am Dominion Radio Astrophysical Observatory in Kaleden, in der kanadischen Provinz British Columbia.

Erklärungsversuche

Und nun tun sich bei den Erklärungsversuchen dieses Phänomens naturgemäß die wildesten Theorien hervor. Hier ein paar Favoriten der Wissenschaftler.

  • Vermutung 1: Die Radiosignale entstehen bei der Verdampfung eines schwarzen Lochs

  • Vermutung 2: Sie entstehen als Folge einer Verschmelzung zweier Weißer Zwerge

  • Vermutung 3: Die Signale sind eine Art Bakensignal außerirdischer Technologie und dienen einer unbekannten Spezies zur Navigation

  • Vermutung 4: Sie könnten der Antrieb von Raumschiffen Außerirdischer sein, mittels eines sogenannten Sonnensegels

Interstellarer Abschiedsgruß

Auch wenn nicht gleich die Klingonen über dem Horizont auftauchen werden, stellt sich doch die Frage, was die Signale so regelmäßig macht. Wir werden es wohl nie erfahren, denn die Ursprungsgalaxie vermuten die Wissenschaftlern in etwa 500 Millionen Lichtjahren Entfernung, was bedeutet, dass die Signale, obwohl sie mit Lichtgeschwindigkeit durchs All rasen, bereits eine halbe Milliarde Jahre alt sind.

Bedeutet: Auch, wenn sie tatsächlich von einer außerirdischen Zivilisation stammen, sind die Chancen groß, dass diese schon vor vielen Millionen Jahren wieder ausgestorben ist.

Vielleicht hören wir also gerade die Überbleibsel einer uralten Kultur irgendwo aus den Tiefen des schier unermesslichen Universums, eine Art Abschiedsgruß per Radiofunk, so wie von uns als Spezies dereinst wohl nur unsere Sonden, die einsam durchs All gleiten, übrig bleiben werden.