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Mitten in Deutschland: In dieser Siedlung beträgt die Jahresmiete nur 88 Cent

Macht bringt auch immer Verantwortung mit sich, das gilt nicht nur bei Spiderman, das galt auch schon beim wahrscheinlich reichsten Deutschen aller Zeiten.

Straßenzug der Fuggerei
Erste Sozialhaussiedlung der Welt: Die Fuggerei in Augsburg Foto: Getty Images / Martin Leissl

Jacob Fugger: Der Reichste

Und das war Jacob Fugger. Wer seine Geschäfte derart erfolgreich aufzieht, dass er halb Europa Geld leihen kann, der selbst Staatsoberhäupter und sogar den Papst zum Schuldner hat, der kann mit Fug und Recht behaupten, mächtig zu sein.

Und diese Macht setzte Jacob Fugger auch dafür ein, an die weniger Begünstigsten zu denken: Er gründete die erste Sozialsiedlung der Welt, die "Fuggerei". Dort konnten einfache Leute, hauptsächlich verarmte Handwerker und Tagelöhner, kostenlos wohnen, bis sie wieder in der Lage waren, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten.

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Die Fuggerei wird 500 Jahre alt

Nun feiert die Fuggerei 500-jähriges Jubiläum, denn sie wurde am 23. August 1521 von Jacob Fugger höchstpersönlich eingeweiht. Und auch heute noch leben Menschen in der aus 52 Wohnungen bestehenden Siedlung. Es ist nicht mehr ganz kostenlos: Die Jahreskaltmiete beträgt jedoch nur 88 Cent.

Gegenfinanziert wird das Ganze nach wie vor durch das Stiftungsvermögen des Jacob Fugger. Die heutigen Stiftungsverantwortlichen streben übrigens an, den Sozialgedanken weiter in die Welt zu tragen und überall auf dem Globus weitere Fuggereien zu gründen.

Jubiläum mit Museum

Gefeiert werden soll das Jubiläum bis ins Jahr 2022 hinein und es wurde sogar eigens ein neues Museum geschaffen. In diesem soll auch nach dem Willen von Stiftungs-Administrator Wolf-Dietrich Graf von Hundt die Stiftungsurkunde im Original zu sehen sein:

"Erstmals wird die Stiftungsurkunde ausgestellt, mit der Jakob Fugger am 23. August 1521 die Fuggerei-Stiftung zusammen mit zwei weiteren Stiftungen für die Ewigkeit festschrieb."

Übrigens: Als Dank für die soziale Ader des Geld-Adeligen beteten die früheren Bewohner der Fuggerei täglich einmal ein Vaterunser, ein Glaubensbekenntnis und ein Ave Maria für die gesamte Familie Fugger. Ein himmlischer Lohn.