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Corona-Update

Auch das noch: Sechs Millionen Corona-Schutzmasken spurlos verschwunden

Sie sind derzeit noch wichtiger und gefragter als Toilettenpapier: Schutzmasken. Vor allem Krankenhäuser und Pflegedienste suchen händeringend Nachschub. Der wurde der Regierung jetzt offensichtlich geklaut.

Schutzmasken
Schutzmasken (Symbolbild) iStock / MJ_Prototype

Wie gewonnen, so zerronnen

Eigentlich war der Nachschub schon fast auf dem Weg nach Deutschland. Er musste nur noch vom Rollfeld eines nicht näher spezifizierten Flughafens in Kenia ins Transportflugzeug der Bundeswehr verfrachtet werden.

Jetzt aber ist die gesamte Bestellung von sechs Millionen Schutzmasken, die angesichts der Corona-Krise in Deutschland dringend benötigt werden, weg. Verschwunden. Wahrscheinlich geklaut.

Behörden-Deutsch

Federführend bei der Organisation dieser dringend benötigten Utensilien ist das Beschaffungsamt der Bundeswehr in Koblenz. Eine Großbestellung sei auf den Weg gebracht worden, von der die jetzt verschwundenen Masken ein Teil waren.

Nun könnte man die Situation folgendermaßen beschreiben: Das Beschaffungsamt der Bundeswehr organisiert dringend benötigte Schutzmasken für Deutschland. In Afrika. Dann aber verschwindet ein Teil der bestellten Ware auf einem Flughafen in Kenia unter mysteriösen Umständen.

Niemand weiß, wo sich die Masken jetzt befinden. Die Lieferung dieser ersten Charge fällt aus, die Ärzte in Deutschland schauen in die Röhre. Das Beschaffungsamt ist perplex. Allgemeines Augenreiben und Kopfschütteln.

Im Fachjargon des Beschaffungsamtes klingt das allerdings deutlich nüchterner. Ware sei nicht geliefert worden, da sie "am Flughafen in Kenia verschwand". Der Maskenhersteller ist angehalten, "die Umstände und Vorkommnisse darzulegen". Durch die Nicht-Lieferung habe sich "der bisherige Gesamtbruttobestellwert reduziert".

Besserer Deal für den Hersteller?

Weder Gesundheits- noch Wehramt wollten sich zu dieser verworrenen Situation äußern. Insgesamt hat das Beschaffungsamt Verträge mit Herstellern im Wert von 241 Millionen Euro geschlossen.

Von diesem Geld sei durch das Verschwinden der sechs Millionen Masken allerdings nichts abhanden gekommen, da eine Zahlung erst bei tatsächlicher Lieferung vorgesehen war. Was für die sechs Millionen Masken bezahlt worden wäre, dürfe sie nicht sagen, so eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums.

Hinter den Kulissen wird nun spekuliert, dass der Hersteller der Masken wahrscheinlich nach dem Deal mit dem Beschaffungsamt eine noch bessere, weil lukrativere Absatzmöglichkeit für seine Masken gefunden hat. So kann man sein Geschäft natürlich auch aufziehen.

Es ist aber auch möglich, dass der Hersteller selbst auf den letzten Metern beklaut wurde. Schließlich weiß mittlerweile auch der hinterletzte Strauchdieb, welch kostbares Gut die Schutzmasken aktuell darstellen.

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