Ratgeber MI6-Spion verrät: So merkst du dir alles, ohne es aufzuschreiben

Michael | Männersache 20.06.2019

Es wird eng für den Spion. Seine Feinde haben ihn umkreist, er hat nur noch wenige Minuten, um das digitale Schließfach zu öffnen, die dort lagernden Unterlagen an sich zu nehmen und zu entkommen. Das Problem: Der Schließcode hat 50 Stellen. Und seine Gegner kann der Spion schon rufen hören. Da konzentriert er sich und… denkt an sein Elternhaus.

Superleistungsfähiges Gehirn
Foto:  iStock/ ValeryBrozhinsky / wigglestick (Collage Männersache)

In solchen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren und die Mission erfolgreich zu beenden, ist eine Leistung, die wohl die meisten von uns schwerlich im Alltag werden meistern müssen. Aber es ist faszinierend: Wie macht der Spion das?

Warren Reed ist ein ehemaliger MI6-Mitarbeiter, hat aber auch für den Australian Secret Intelligence Services gearbeitet. Seine Ausbildung war hart, die überlebenswichtige Fähigkeit, sich an sehr lange Zahlenfolgen oder komplexe Geschichten fehlerfrei erinnern zu können, dabei ein Teil des Erlernten.

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Der Trick hinter solch überdurchschnittlichen Gehirnleistungen ist eigentlich ganz simpel und von jedermann zu erlernen. Reed nennt diese Technik "Elternhaus". Dabei geht man in Gedanken durch das bekannte Haus, in dem man aufgewachsen ist und wo man jeden kleinen Winkel kennt.

In diese bekannte Umgebung verteilt man nun das Unbekannte, sprich, die zu merkenden Elemente. Diese Elemente bricht man vorher gedanklich auf, in kleinere, leichter zu merkende Happen. Hat die Zahl 30 Stellen? Dann kann sie zum Beispiel in zehn Päckchen zu jeweils drei Stellen aufgeteilt werden.

Jetzt beginnt man mit dem Rundgang. An der Haustür parkt man die ersten drei Ziffern, am Ende des Flures die nächsten drei. Im Bad ist auf der Waschmaschine Platz für das dritte Päckchen, im Wohnzimmer (unter dem TV) wird die vierte Dreier-Kombination abgelegt und so weiter.

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Nachdem alles zu merkende verteilt ist, beginnt man wieder an der Haustür und geht die Runde erneut ab. Indem die Elemente, an die man sich erinnern muss, in einem Umfeld platziert werden, in dem man sich gut auskennt, werden sie automatisch ins Gedächtnis eingebettet.

Eine zusätzliche Hilfe kann es sein, die zu merkenden Elemente im Geiste stilistisch zu karikieren. So kann man einem Zahlen-Dreierpaket, das zum Beispiel 666 lautet, in Gedanken Teufelshörner aufsetzen. Dadurch wird jene Teilinformation noch prägnanter im eigenen Gedächtnis abgelegt.

Und unser Spion? Hat die 50 Stellen des Schließcodes mit der Elternhaus-Methode geknackt, die Dokumente an sich genommen und ist entwischt, was denkt ihr denn? Aber natürlich!

Nur die feschen Bond-Girls, die sind ihm bei seinem Auftrag nicht in die Arme gesunken. Die hat er sich dann wohl leider auch nur in Gedanken ins Elternhaus laden können ...

Mehr Wissenswertes über diverse spannende Themengebiete findest du auf unserer Ratgeber-Übersichtsseite.

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