Schon damals mit eingebauter Vorfahrt

Mercedes-Benz entschuldigt sich – für ersten Strafzettel der Geschichte

Wir wussten es doch schon immer, oder? Diese Benz-Fahrer, typisch! War klar, dass die den ersten Strafzettel der Automobilgeschichte einheimsen. Wie, es gab noch gar keine anderen Hersteller? Hmm, ja, dann. Aber zu schnell ist der Herr Gütermann trotzdem gefahren.

Erster Strafzettel der Automobilgeschichte
Erster Strafzettel der Automobilgeschichte Foto: Mercedes-Benz

Es passierte vor 123 Jahren. Blitzer gab’s noch keine, Zivil- und Autobahnpolizei auch nicht. Warum auch? Gab ja auch noch keine Autobahnen. Ins Visier der Behörden konnte man mit einem Auto trotzdem schon geraten.

Und so passierte es am 16. Mai 1895, dass der bereits angesprochene Herr Gütermann wie ein Irrer auf seinem "Benz-Motor-Pferd" durchs badische Denzlingen bretterte, derart schnell, dass "in einer Wirtschaft die Vorhänge geflattert haben."

So. das ist mal eine Ansage. Wie schnell der Heizer tatsächlich war, ist nicht bekannt. Vermutlich werden es aber satte 15 km/h oder sogar mehr gewesen sein. Das war man noch nicht gewohnt.

Und so wurde der Raser mit stattlichen drei Mark zur Kasse gebeten, oder, wie das Knöllchen besagt "in Strafe genommen." Inflationsbereinigt liegt das wahrscheinlich auf dem heutigen Kurs, möglicherweise sogar drüber. Das richtige Maß (das natürlich per Definition immer zu hoch ist) musste sich erst noch einschleifen.

Mercedes nimmt es übrigens locker und druckt eine Anzeige mit dem historischen Stück Papier. Wenn das der Herr Gütermann geahnt hätte, dass er – lange nach seinem Ableben – noch einmal eine solche Karriere startet.

Foto: Mercedes-Benz