Weltgeschichte

Marcus Iunius Brutus: Der Mann, der Julius Cäsar verriet und tötete

Marcus Iunius Brutus traf eine fatale Entscheidung und beteiligte sich am Mord von Julius Cäsar und verändert damit die Geschichtsschreibung.

Statue von Julius Cäsar
Statue von Julius Cäsar Foto: iStock / AlxeyPnferov

Marcus Iunius Brutus: Der Mord an Julius Cäsar

Sie wollen sichergehen. Darum stößt jeder der rund 20 Verschwörer mit seinem Messer zu. Am 15. März 44 vor Christus bricht Gaius Julius Cäsar von 23 Stichen verwundet zusammen. "Auch du, mein Sohn", sagt er noch, als ihm Brutus den tödlichen Stoß zufügt.

Marcus Iunius Brutus ist nicht wirklich sein Sohn, der Ausspruch ist vielmehr Ausdruck tiefster Enttäuschung über diesen Verrat. Für die Verschwörer hingegen handelt es sich bei dieser Bluttat keinesfalls um Verrat – sie töten Cäsar, weil sie glauben, er wolle König werden und den Senat entmachten. Sie wollen mit dem Mord die Republik retten – bewirken aber genau das Gegenteil.

Die Enthauptung Marcus Brutus’

Rom versinkt in einem 14-jährigen Bürgerkrieg, der eine neue Ordnung hervorbringt: eine Militärmonarchie, die späteren Alleinherrschern als Vorbild dienen wird. Ein Kompromiss zwischen Senat und Cäsar hätte aber den Erhalt der Republik sichern und den Untergang des Weltreichs, der mit dem Kaisertum beginnt, womöglich abwenden können. Am Ende ist also genau das Gegenteil von dem eingetreten, wofür Brutus und die anderen Verschwörer ihre Klingen gezückt haben.

Ihre Entscheidung ist ein gewaltiger Fehler, der nicht nur die Republik vernichtet, sondern sie auch ihren eigenen Kopf kostet – im wahrsten Sinne des Wortes: Zweieinhalb Jahre nach dem Attentat köpft man Brutus und legt sein Haupt einer Statue Caesars zu Füßen.

Wie die Menschheit heute aussähe, wenn die römische Republik die Jahrhunderte überdauert hätte, ist von Historikern kaum zu rekonstruieren – zu gravierend sind die Auswirkungen, die dieser Mord auf den Lauf der Geschichte hatte. Es sind genau diese epischen Fehler, diese Epic Fails, die für die größten Wendepunkte der letzten 2000 Jahre verantwortlich sind.

Fehler der Weltgeschichte und ihre Auswirkungen

Sie können die Menschheit in die Katastrophe leiten – aber auch letztlich zu etwas Gutem führen. Als beispielsweise US-Präsident Richard Nixon aufgrund seiner Fehlentscheidungen im Watergate-Skandal am 9. August 1974 zurücktritt, erlässt der US-Senat den Freedom of Information Act, ein Gesetz zur Informationsfreiheit, das die Transparenz von politischen Akteuren verbessert.

Zudem spielt die zeitliche Einordnung eine wichtige Rolle. Im Fall Nixon liegen zwischen Fehler und Auswirkung nur Monate. In anderen Fällen sind es Jahre oder gar Jahrhunderte. Erst dann zeigt sich, wie stark der Fehler die Weltgeschichte beeinflusst und ob es sich wirklich um einen Epic Fail handelt.