Corona-Update

Extrem-Lockdown: Menschen essen ihre eigenen Haustiere

Die Corona-Pandemie hält die ganze Welt in Atem. Wegen der verzweifelten Lage vieler Menschen kommt es zu teils unbeschreiblichen Notsituationen.

Tonghua
Tonghua wurde von den chinesischen Behörden komplett von der Außenwelt abgeriegelt Foto: YouTube / 秘密翻译组G-Translators

Dramatische Zustände in Tonghua

In China wurde das Coronavirus im Dezember 2019 erstmals beim Menschen nachgewiesen, seither kämpft die ganze Welt gegen die sich immer weiter ausbreitende Pandemie. Millionen sind dem Erreger bereits zum Opfer gefallen.

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Hinzu kommen Lockdown-Maßnahmen, die Menschen in absolute Notsituationen bringen. So wie jetzt in der nordostchinesischen Stadt Tonghua.

Komplett abgeriegelt

Menschen in Schutzanzügen und mit Einkaufstüten
Gemeindefreiwillige mit einer Lebensmittellieferung in eine Quarantäne-Wohngemeinschaft im Dongchang-Distrikt von Tonghua, Nordostchina Foto: IMAGO / Xinhua

China riegelt Corona-Hotspots rigoros ab. Genau das widerfuhr nun auch Tonghua, zudem wurde das Internet weitestgehend abgeschaltet. Trotzdem dringen Stimmen nach draußen und machen auf das unfassbare Leid der dort eingeschlossenen rund 400.000 Menschen aufmerksam.

In einem kürzlich veröffentlichten Video schreien beispielsweise Bewohner eines Hochhauses aus ihren Fenstern verzweifelt: "Wir brauchen was zu essen." Der Mitarbeiter des Nachbarschaftskomitees in Schutzausrüstung brüllt daraufhin zurück: "Seid still. Schnauze!"

Die Menschen in Tonghua dürfen ihre Häuser und Wohnungen derzeit nicht verlassen. Unfassbar: Jede Wohnungstür wurde versiegelt und teilweise von außen mit Eisenstangen zugeschweißt.

Mithilfe von Seilzügen vor den Fenstern helfen sich die Bewohner in den Wohnhäusern gegenseitig, zudem versuchen sogenannte Gemeindefreiwillige die Bewohner notdürftig zu versorgen.

In sozialen Netzwerken heißt es vonseiten eines Bewohners: "Bitte macht auf unsere Situation aufmerksam. Wir verhungern, die lokalen Behörden ignorieren unsere Not. Ist da niemand, der uns helfen kann?"

Chinesische Publizistin berichtet von unfassbaren Zuständen

Die chinesische Publizistin Qin Liwen berichtet gegenüber RTL: "Die ganzen Vorräte, die die Menschen hatten, sind inzwischen aufgebraucht und sie sind jetzt komplett abhängig von der Versorgung durch die Behörden. Es gibt ein paar freiwillige Helfer aus Nachbarorten, die versuchen, die Menschen zu versorgen. Aber sie sind einfach nicht in der Lage, so vielen Menschen das Nötigste zu liefern."

Und weiter: "Die Menschen essen aus der Not heraus sogar ihre eigenen Haustiere, wie z. B. Schildkröten, und andere haben gesagt, dass sie planen, ihren Hund zu essen. Das ist das, was ich gesehen habe und was die Menschen mir mitgeteilt haben. Ich habe von so viel Leid und Verzweiflung erfahren, es erinnert alarmierend an das, was wir aus Wuhan kennen."