Zwischen Normal und Bio Lidl plant revolutionäres Kennzeichnungsmodell für Fleisch

Michael | Männersache 07.02.2018
Lidl führt Fleischkennzeichnung ein
© iStock, kontrast-fotodesign

Ein ordentliches Stück Fleisch ist eine ganz feine Sache. Aber bitte Spitzenqualität. Zu moderaten Preisen. Denn Gammelfleisch möchte sich natürlich niemand zu Gemüte führen.

Jetzt ist der Discounter Lidl vorgeprescht und führt als erster Supermarkt eine Kennzeichnung für Fleisch ein. Verbraucher können sich ab April über die Herkunft des Lidl-Fleisches informieren.

Ein Vier-Stufen-Modell – die sogenannte Halterkennzeichnung – klärt darüber, unter welchen Verhältnissen das Tier bis zur Schlachtung gelebt hat. Das Modell beinhaltet alle klassischen Fleischsorten, also Schwein, Rind und Geflügel.

Eine ähnliche Kennzeichnung ist bereits gibt es bereits bei Eiern. Erwartet wird, dass sich die Verbraucher nach Einführung der Halterkennzeichnung vermehrt für den Kauf von höherwertigen Produkten entscheiden.  

Konkurrent Aldi hat bereits seit Mitte Januar sein Label "fair&gut" gestartet, das Geflügelprodukte beinhaltet.  Die dort verarbeiteten Tiere hatten Ställe mit mehr Platz, Stroh im Stall, Zugang zu frischer Luft und gentechnikfreies Futter.

Die so erfüllten Kriterien wie auch die Preispolitik liegen damit zwischen konventioneller Ware und Bio-Fleisch.

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Natürlich haben nicht nur die Discounter die Macht der Gütesiegel für sich entdeckt. Sowohl Edeka (arbeitet mit dem WWF zusammen) als auch Rewe kennzeichnen Produkte mit "positiven ökologischen oder sozialen Eigenschaften" mit entsprechenden Hinweisen.

Laut Greenpeace sind die Supermärkte beim Thema Fleisch jedoch zurückhaltender als die Discounter. Dazu besteht die Gefahr, dass die Vielzahl unterschiedlicher Siegel die Verbraucher eher verwirrt als aufklärt.

Ob die Offensive der Discounter letztendlich also Erfolg haben wird, hängt somit auch von der Handlungsbereitschaft der zuständigen Bundespolitiker ab.

Diese müssen durch eine verpflichtend-gesetzliche und vor allem einheitliche Kennzeichnung dem Konsumenten eindeutige Entscheidungshilfen an die Hand geben.

Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) hat schon vor einem Jahr entsprechende Pläne vorgestellt, sie aber bis heute nicht umgesetzt.

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