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Männerhelden

Was macht Lance Armstrong heute?

Lance Armstrong gilt als größter Radsportprofi aller Zeiten, bis sein beispielloser Doping-Schwindel auffliegt. Was macht Lance Armstrong heute?

Lance Armstrong
Lance Armstrong am 22. Juli 2004 bei der Tour de France Foto: GettyImages/ Doug Pensinger

Lance Armstrong: ein zweites Leben

Der gebürtige Texaner Lance Armstrong ist zunächst ein relativ durchschnittlicher Radprofi, bevor er 1996 die erschütternde Diagnose Hodenkrebs bekommt. Bis dato fährt er des Öfteren den Favoriten bei den drei großen Rundfahrten in Italien, Frankreich und Spanien hinterher.

Nach dem Befund heißt es allerdings zuerst einmal einzig: überleben!

Und Armstrong kämpft sich eindrucksvoll zurück - und steigt nach seiner Genesung prompt wieder auf den Rennsattel. Allein dies ist bereits eine kleine Sensation. Doch es soll noch viel besser kommen, denn Armstrong ist nicht zurückgekommen, um weiter hinterherzufahren.

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Der große Bluff

Im Jahr 1999 haben sich eigentlich alle Tour-de-France-Kenner auf einen Zweikampf der beiden Vorjahressieger Jan Ullrich (1997) und Marco Pantani (1998) eingestellt - doch es kommt ganz anders. Lance Armstrong ist der mit Abstand stärkste Fahrer im Feld der sagenumwobenen Frankreich-Rundfahrt und verweist die konsternierte Konkurrenz auf die Podiumsplätze in Paris. Daran muss sich vor allem Ullrich in den Folgejahren gewöhnen, denn insgesamt gewinnt Lance Armstrong sieben Mal die "Grande boucle" - Rekord!

Doch während er seine Triumphe einfährt, wollen die Dopingvorwürfe nicht verstummen. Armstrong jedoch beteuert immer wieder gebetsmühlenartig seine Unschuld und verweist darauf, nie positiv auf Doping getestet worden zu sein.

Erst als die ehemaligen Teamkollegen Floyd Landis und Tyler Hamilton über das armstrongsche Dopingsystem detailliert auspacken und die US-Strafbehörden die Schlinge um den Hals des Texaners immer enger ziehen, gesteht Lance Armstrong in der US-TV-Talkshow von Oprah Winfrey am 13. Januar 2013 den massiven Dopingmissbrauch mit EPO, Blutdoping und Wachstumshormonen.

Ihm werden umgehend alle Siege bei der Tour aberkannt, zudem wird er lebenslang gesperrt.

Was macht Lance Armstrong heute?

Lance Armstrong lebt immer noch in Aspen, im US-Bundesstaat Colorado und betreibt seit einigen Jahren den Podcast "The Forward", in dem er regelmäßig mit prominenten Gästen über Brüche in der Biographie spricht.

Sonst hat sich nicht allzu viel verändert, nur dass man ihn nicht mehr bei den großen Rundfahrten sieht und er das Image eines der größten Betrügers in der Sportgeschichte mit sich herum trägt. Doch das ficht ihn zumindest äußerlich nicht an. In einem durch und durch kranken System, so seine Erklärung, war er derjenige, der die Maßstäbe setzte.

In Deutschland reibt man sich dann vor zwei Jahren erstaunt die Augen, als Armstrong seinem strauchelnden Dauer-Rivalen Jan Ullrich in dessen Lebenskrise Hilfe anbietet. Ullrich nimmt den ausgestreckten Arm an und fliegt im August 2018 über den großen Teich, um sich von dem Mann helfen zu lassen, dem er einst so oft und verzweifelt an den berühmten Anstiegen in den Pyrenäen und den Alpen hinterherfuhr.

Armstrong beschreibt die neuerliche Begegnung mit dem ebenfalls des Dopings überführten Rostockers mit folgenden Worten auf seinem Instagram-Kanal:

"Es ist großartig, den Tag mit diesem Mann zu verbringen. Wie viele von Ihnen wissen, liebe ich Jan Ulrich. Er war so ein besonderer Rivale für mich. Er hat mir Angst gemacht, mich motiviert und wirklich das Beste in mir zum Vorschein gebracht. Pure Klasse auf dem Rad. Spulen Sie bis heute vor, und mein Freund macht eine schwere Zeit durch. Ich konnte mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, nach Deutschland zu kommen, um ein paar Tage mit ihm zu verbringen. Bitte lassen Sie Jan in all Ihren Gedanken und Gebeten nicht aus den Augen. Er braucht jetzt unsere Unterstützung."

Nach der gemeinsamen Zeit mit Armstrong gab es von Ullrich Signale, dass ihm diese tatsächlich weitergeholfen habe.

So etwas wie ein faules Happy End, in einer der größten Betrugsgeschichten des Weltsports.