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Kumpel vom Wald-Rambo packt aus - irres Manifest gefunden

Yves Rausch ist der flüchtige Wald-Rambo aus dem Schwarzwald. Jetzt hat ein Freund von ihm ausgepackt - und ein irres Manifest wurde gefunden.

Yves Rausch
Yves Rausch ist seit 12. Juli 2020 auf der Flucht Foto: Polizeipräsidium Offenburg

Kumpel vom Wald-Rambo packt aus

Yves Rausch hat am 12. Juli 2020 vier Polizisten unter Waffengewalt ihre vier Dienstwaffen abgenommen und wird seither in der Gegend um Oppenau (Schwarzwald) von Spezialkräften gejagt.

In einem Radiointerview hat sich nun der beste Freund des Flüchtigen geäußert.

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Freundin mit Armbrust beschossen

Der Mann, der als Sebastian vorgestellt wird, spricht bei bigFM über seinen Kumpel. Die Polizei stuft diesen als hochgefährlich ein. Er soll vorbestraft sein und unter anderem seine Ex-Freundin mit einer Armbrust angeschossen haben. Dafür soll Yves Rausch eine dreieinhalbjährige Haftstrafe abgesessen haben.

Rauschs bester Freund Sebastian sagt zu der eskalierten Polizeikontrolle: ”Ich vermute sehr stark, dass es eine Panikreaktion von ihm war [...] Er will nicht wieder in den Knast […] Er wird Angst gehabt haben, dass man ihn wieder festnimmt und hat deshalb so reagiert [...] Er hat mir auch schon öfters gesagt, das schlimmste für ihn ist es, eingesperrt zu sein”.

Und weiter: ”Er wird [von den Medien] als schlimmster Verbrecher dargestellt, als sehr aggressiv und gewalttätig, er besäße Kinderpornografie – das stimmt alles überhaupt nicht”.

Hinsichtlich der Gefahr, die von seinem Freund ausgehen könnte, sagt Sebastian, dass es gefährlich werden könnte "wenn er sich in die Enge getrieben fühlt". Gleichzeitig schließt eine Gefahr für Passanten und vor allem Kinder komplett aus.

Auf die Frage, ob er glaube, dass sich Rausch stellen wird, antwortet der Kumpel: "Das wäre eigentlich das Beste. Aber so wie ich ihn kenne wird er sich wahrscheinlich nicht stellen – aus Angst vor dem Gefängnis. […] Er wird sich wahrscheinlich weiter verstecken und irgendwie versuchen zu entkommen".

Irres Manifest entdeckt

Bevor Wald-Rambo Yves Etienne Rausch in den Schwarzwald abtauchte, hinterließ er offenbar ein Manifest. In diesem zitiert der 31-Jährige nicht nur ein Lied von Herbert Grönemeyer, sondern kritisiert auch die Technologisierung der Welt.

Der Titel des irren Schreibens erinnert an ein bekanntes Werk: "Der Ruf der Wildnis" von Jack London.

Profiler Mark Hofmann äußerte sich in einem Gespräch mit Bild.de schockiert: "Als ich den ersten Satz des Schreibens gelesen habe, lief es mir eiskalt den Rücken herunter". Der Grund: Man erkenne sofort Parallelen mit dem "Unabomber"-Manifest, einem Bombenleger aus den USA, der zwischen 1978 und 1995 insgesamt 16 Briefbomben verschickt hat.

Es gebe aber einen entscheidenden Unterschied zum Manifest des Unabombers: "Der Bombenleger hat gedroht. Er hat gesagt, man brauche Gewalt um die Gesellschaft auf den richtigen Weg zu bringen", so Hofmann. Das Schreiben von Yves R. enthalte hingegen keine Drohung. „Das ist im Grunde eine relativ harmlose Gesellschaftskritik“, ergänz Hofmann weiter.

Die Ereignisse

Am letzten Sonntag wurde die Polizei zu einer Waldhütte oberhalb von Oppenau gerufen, weil ein Zeuge verdächtige Beobachtungen gemacht haben will. Dort trafen sie auf Yves Rausch, der sich anfangs sehr kooperativ zeigte, plötzlich aber eine Schusswaffe zog und die vier Beamten ihre Dienstpistolen abnahm. Danach flüchtete Rausch in den Wald.

Die Polizei warnt auf ihrer Homepage eindringlich vor Yves Rausch und bittet um Mithilfe:

Achtung! Yves Etienne RAUSCH gilt als gewalttätig und ist mit mehreren Schusswaffen bewaffnet! 

Beschreibung: 

  • Brillenträger 

  • ca. 170 cm groß 

  • Glatze 

  • Kinnbart 

  • Oberbekleidung in Tarnfleckmuster (Camouflage) 

Die Polizei bittet die Bevölkerung, verschiebbare Tätigkeiten im Freien wenn möglich zu unterlassen. Meiden Sie Waldgebiete im Bereich Oppenau! Mit Beeinträchtigungen im Personen- und Fahrzeugverkehr muss weiterhin gerechnet werden. Weiterhin gilt: Nehmen Sie keine Anhalter im Bereich Oppenau mit und melden Sie verdächtige Wahrnehmungen dem Polizeinotruf 110! 

Wer hat den Flüchtigen gesehen oder kann Angaben zu seinem Aufenthalt machen? 

Polizeipräsidium Offenburg  Kriminalpolizeidirektion  Prinz-Eugen-Str. 78  77654 Offenburg 

Tel.: 110 (aus D)  Tel: +49 781 210 (aus CH / F) 

E-Mail: offenburg.pp@polizei.bwl.de 

Oder jede andere Polizeidienststelle