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Krankenkassen-Schock: Höhere Beiträge durch Corona?

Prinzipiell stand es zu erwarten: Die Krankenkassen könnten aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie ihre Beiträge erhöhen, denn sie werden gleich doppelt belastet.

Stethoskop auf Euro-Geldscheinen
Drohen durch Corona höhere Krankenkassenbeiträge? Foto: iStock / TeamDAF

Weniger Einnahmen, mehr Ausgaben

Man muss kein ausgefuchster Wirtschaftsweiser sein, um in folgender Rechnung eine finanzielle Schieflage erkennen zu können: Wenn ein Unternehmen normal wirtschaftet und sich dann auf einmal sowohl die Ausgaben drastisch erhöhen als auch die Einnahmen ebenso drastisch verringern, dann kann das nicht lange gutgehen.

Nun werden gesetzlichen Krankenkassen nicht in Konkurs gehen, da sie den staatlichen Auftrag haben, jedem Bundesbürger eine Krankenversicherung angedeihen zu lassen. Also muss das durch die Pandemie entstandene massive Defizit irgendwie aufgefangen werden.

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Gegenmaßnahmen

Als allererste Maßnahme greifen die Krankenkassen dafür natürlich auf ihre hoffentlich vorhandenen Rücklagen in Milliardenhöhe zurück. Aber: Medizinische Versorgung auf deutschem Niveau ist teuer – was, wenn diese Rücklagen dann eines Tages in nicht all zu ferner Zukunft aufgebraucht sein werden?

Dann wird Vater Staat einschreiten. Zunächst über einen sich erhöhenden Bundeszuschuss. Bekannt ist bereits, dass dieser für 2021 um fünf Milliarden Euro aufgestockt werden soll. Wenn das aber nicht reicht – und das ist leider abzusehen – wird das System modifiziert, das ohnehin schon seit jeher im Einsatz ist: Die Krankenkassenbeiträge werden erhöht. Heißt für die Arbeitnehmer dann: Weniger Netto vom Brutto. Angestellten wird die Differenz direkt vom Lohn einbehalten.

Konkrete Zahlen

Jens Baas, Chef der Techniker-Krankenkasse nennt Zahlen für sein Unternehmen: Bei 10 Millionen Versicherten hat sich die Zahl der Stundungsanträge für Beiträge seit Ausbruch der Coronakrise um das 60-fache erhöht.

Ein Sprecher des Spitzenverbandes der Krankenkassen (GKV, zusammen 73 Millionen Versicherte) beschreibt den Ernst der Lage: "Im kommenden Jahr fehlen über 16 Milliarden Euro." Da der Bundeszuschuss wohl nicht ausreichen wird, seien Beitragserhöhungen "bei zahlreichen Krankenkassen leider unausweichlich".

Fazit

Die Frage ist also nicht, ob die Erhöhungen kommen werden, sondern nur wann. Und wie hoch sie dann ausfallen werden. Das könne allerdings zum jetzigen Zeit, so Christoph Straub, Chef der Barmer Ersatzkasse, noch nicht abschließend beurteilt werden.