Geniale Gefiederte Gefahr Deshalb solltest du niemals Krähen ärgern

Redaktion Männersache 12.04.2018
Krähen erinnern sich an menschliche Gesichter und differenzieren dabei zwischen guten und schlechten Erfahrungen
© iStock/Alec Owen-Evans

Interpretiere diesen Artikel als freundliche Erinnerung, niemals in deinem Leben eine Krähe zu verärgern.

Eine vom US-Portal "Proceedings of the Royal Society B" veröffentlichte Studie behauptet, dass Krähen sich an die Gesichter von Menschen erinnern, die ihnen Unrecht getan haben. Als Reaktion darauf sollen sie Artgenossen anwerben, um die Übeltäter anzugreifen.

Diese Beobachtungen unterstreichen, dass Vögel in puncto Intelligenz bis heute nicht den Respekt erhalten, den sie verdienen. Wissenschaftler haben lange Zeit vermutet, dass die geflügelten Wirbeltiere dumm seien, da sich ihre Gehirne signifikant vom menschlichen Denkapparat unterscheiden.

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Aktuelle Studien über die Struktur und Fähigkeiten von Vogelgehirnen verbannen diese Trugschlüsse nun in das Land der Fabeln. Forscher haben bei verschiedensten Vogelgattungen komplexe Verhaltensmuster entdeckt – vom Finken über Tauben bis hin zu Seemöwen.

Es gibt allerdings eine Gruppierung innerhalb der Vogelfamilie, die alle anderen überragt: Krähen und Raben.

Eine Krähe erinnert sich an menschliche Gesichter
© Walter Siegemund via Wikimedia Commons

Innerhalb der vergangenen zehn Jahren haben wir gelernt, dass Krähen Gegenstände anfertigen, lagern und reparieren können. Sie sind in der Lage zu zählen und selbstbeherrscht zu handeln.

Außerdem nutzen die schwarzen Federtiere Köder, um Fische zu fangen, und besitzen einen ausgeprägten Spieltrieb. Wie die Studie von "Royal Proceedings" herausgefunden haben will, können sie aber auch extrem nachtragend sein.

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Forscher des forstwissenschaftlichen Instituts der Universität von Washington haben im Rahmen eines Experiments zwei Personen mit jeweils einer Maske ausgestattet.

Eine Höhlenmensch-ähnliche Maske wurde als "gefährlich" klassifiziert, während das Konterfei von US-Politiker Dick Cheney als "neutral" bewertet wurde.

Krähen-Schwarm auf Menschenjagd

Anschließend besuchten die Wissenschaftler wilde Krähen an fünf verschiedenen Orten im Großraum der US-Metropole Seattle.

An jedem dieser Orte näherte sich die Person mit der Höhlenmensch-Maske den Krähen, fing ein paar Exemplare, fesselte deren Beine und ließ sie anschließend wieder frei – eine Grenzerfahrung, die die Krähen nicht vergaßen.

Sobald der Forscher sie freigelassen hatte, begannen die Vögel ihren Peiniger in einem strengen, aggressiven Ton anzuschreien.

Dieses Konflikt-Geräusche lockten weitere Krähen an, die sich den Schreien anschlossen und den Maskenträger schließlich attackierten – obwohl sie ihn in ihrem Leben zuvor noch nie gesehen hatten.

Verärgerte Krähen attackieren im Schwarm auch Menschen
© iStock/Grandfailure

"Die Schwärme von zwei bis 15 Vögeln jagten uns. Manchmal schossen sie aus dem Himmel bis auf wenige Meter an uns heran. Diese Jagdszenen hielten an, bis wir uns circa 100 Meter vom Tatort entfernt hatten", erklärte Krähen-Experte John Marzluff gegenüber Discovery News.

Die Dick-Cheney-Maske habe hingegen keinerlei Reaktionen ausgelöst. Marzluff und seine Kollegen reisten anschließen in andere Krähen-Territorien.

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Sobald die Vögel die Höhlenmensch-Maske sichteten, machte sich in der Gruppe Aufruhr breit – obwohl keine von ihnen jemals von dem mysteriösen Eindringling gefangen oder gefesselt wurde.

Offensichtlich hatten aber Krähen in über 1.6 Kilometer Entfernung von den Gräueltaten des "Höhlenmenschen" gehört und wussten, dass sein Auftauchen nichts Gutes verheißen könne.  

Jahrelanger Hass

Der Groll gegenüber dem Eindringling nahm zudem mit der Zeit nicht ab. Wie Marzluff berichtet, reagierten die Krähen noch nach fünf langen Jahren extrem aggressiv, als das Forschungsteam samt Maske in ihr Territorium zurückkehrte.

"Die meisten Krähen sterben jung. Die Exemplare, die es in das Erwachsenenalter schaffen, können in der Wildnis 15-40 Jahre alt werden und erinnern sich höchstwahrscheinlich ein Leben lang an einschneidende Erlebnisse wie dieses", erklärt Marzluff.

Doch diese Assoziationen müssen nicht zwangsläufig negativer Natur sein. Im vergangenen Jahr machte ein achtjähriges Mädchen aus Seattle Schlagzeilen, als ihre Familie enthüllte, dass Krähen sie zu ihrer Königin ernannt hatten.

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