News-Update

Kolumbianische Kartelle: Todesstrafe auf COVID-19-Verstöße

In Kolumbien haben Rebellengruppen das Gesetz in die eigene Hand genommen und bereits mehrere Menschen getötet, die gegen die strikten Corona-Regeln verstießen.

Soldat mit Maschinengewehr
Wer in Kolumbien gegen die Corona-Regeln verstößt, bekommt womöglich Ärger mit bewaffneten Kartellen (Symbolbild) Foto: iStock / RollingEarth

Schwer bewaffnet & skrupellos

Sie sind schwer bewaffnet, skrupellos und sehr daran interessiert, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen: Kolumbianische Kartelle bedrohen und töten Menschen, die sich nicht an die entsprechenden Regeln halten.

Einem Bericht der LADbible zufolge teilte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch mit, dass bereits mindestens neun Menschen in den vergangenen Monaten aus besagtem Grund umgebracht wurden.

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Eigene Regeln

In der kolumbianischen Hafenstadt Tumaco haben die Kartelle angeblich sogar ihre ganz eigenen Regeln aufgestellt, die u. a. besagen, dass die Bewohner nicht zum Fischen gehen dürfen. Außerdem wurde eine Ausgangssperre ab 17 Uhr verhängt, was deutlich strenger ist, als von der Regierung vorgegeben.

In einer anderen Region des Landes wurde ein Gemeindevorsitzender ermordet, nachdem er in einem Brief an die lokalen Behörden über die illegalen Aktivitäten einer Gruppe namens "La Mafia" informierte. Diese wollten offenbar einen Gesundheitskontrollpunkt besetzen.

Machtdemonstration

Laut José Miguel Vivanco, US-amerikanischer Direktor von Human Rights Watch, bestehen die Rebellengruppen zum Teil aus Dissidenten der Guerilla-Bewegungen Revolutionary Armed Forces und National Liberation Army sowie Leuten aus dem Drogengeschäft.

Sie nutzen die Corona-Pandemie, um ihre Macht zu demonstrieren – und haben Angst vor einer Verbreitung des Virus in den eigenen Reihen. Um diese zu verhindern, schrecken sie vor dem Töten vermeintlich Infizierter nicht zurück.