Gender-Sprache

Kirchen-Verband "gendert" Gott und hat seinen neuen Namen schon gefunden

Was hast du vor Augen, wenn du an Gott denkst? Dieses Bild bricht der Katholische Jugendverband (KjG) nun auf. Die Details.

Kirche
Wird Gott künftig gegendert? Foto: iStock / wwing

Die meisten sehen das Gesicht eines etwas älteren Mannes, meist mit einem weißen Bart vor sich, wenn sie sich Gott vorstellen sollen.

Doch nun scheint die Zeit reif, das Narrativ des alten weißen Mannes als Schöpfer dieser Erde aufzubrechen.

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Das findet nicht nur Sängerin Ariana Grande, die in einem ihrer Lieder "God is a woman" (Gott ist eine Frau) singt. Die Forderung, das innere Bild von Gott zu öffnen, kommt nun auch von der Kirche selbst - nämlich von der „Katholischen jungen Gemeinde“.

Männlich geprägtes Gottesbild

Das Aufbrechen des Bildes passiert, wie vieles andere auch, über die Sprache. Statt lediglich über "Gott" zu schreiben, soll es den Forderungen eines Katholikenverbandes nach ab sofort "Gott+" oder Gott*" heißen.

Das Sternchen sowie das Plus implizieren, dass mehr in dem Wort steckt, als unsere bisherige Vorstellung zugelassen hat. Es irritiert kurz und öffnet so die Möglichkeiten von dem, wie Gott noch sein könnte.

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"Die Leitfrage ist: Was können wir tun, um das an vielen Stellen sehr männlich geprägte Gottesbild in die Vielfalt zurückzubringen, die es verdient?", fragt Rebekka Biesenbach, die Geistliche Bundesleiterin der Katholischen jungen Gemeinde (KjG). Sie habe noch keine Beschlusslage dazu, aber "wir wollen auf jeden Fall etwas ändern", sagt Biesenbach Ende 2021 gegenüber der Deutschen Presseagentur.

Eben diese Änderung scheint nun beschlossene Sache und liest sich laut KjG-Bundeskonferenz 2022 folgendermaßen:

„Einseitig männlich-patriarchale, weiße Gottes+bilder erschweren Menschen den Zugang zu Gott+, die sich selbst in diesen Vorstellungen nicht als Ebenbild Gottes+ erkennen können.“

Und weiter: „In den biblischen Schriften finden sich neben männlichen und weiblichen Zügen Gottes+ auch Anknüpfungspunkte für vielfältigere Gottes+vorstellungen, von denen aus sich auch ungeschlechtliche, überpersonale und unanschauliche Gottes+reden entwickeln lassen.“

Gott* oder Gott+?

Darüber, ob das Plus auch mitgesprochen werden sollten, bildet sich die KjG derzeit noch ein Urteil. Es gibt in der katholischen Kirche mehrere Verbände. Die KjG vertritt etwa 80.000 Mitglieder.

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