Corona-Update

Kinderarzt-Präsident fordert: "Brennpunkt-Schulen müssen sofort geöffnet werden!"

Der deutsche Präsident der Kinderärzte fordert, dass Schulen und Kitas in Brennpunktgebieten sofort wieder geöffnet werden.

Leeres Klassenzimmer
Schulen und Kitas sind derzeit deutschlandweit geschlossen (Symbolbild) Foto: iStock / fermate

"So schnell wie möglich, am besten sofort"

Jörg Dötsch ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGK) sowie Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Uniklinik Köln. In einem Interview mit dem Tagesspiegel spricht er sich für die sofortige Öffnung von Schulen und Kitas in sozialen Brennpunkten aus.

"So schnell wie möglich, am besten sofort", so der Wortlaut. Brennpunktgebiete seien Orte, "wo wir am meisten Sorge um die Gesundheit, das Wohlergehen und auch die Gesundheit haben müssen" – und hier müsse man "gezielter aktiv werden".

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Kinder aus schwierigen Verhältnissen härter betroffen

Kinder, die in schwierigen Verhältnissen aufwachsen, seien noch härter vom Corona-Lockdown und den damit verbundenen Schulschließungen betroffen als andere Heranwachsende. Das schlage sich auch in den Krankenhäusern nieder, insbesondere in Ballungsräumen.

"Die Kliniken, die in sozial schwächeren Gegenden angesiedelt sind, haben erheblich mehr Probleme mit verschleppten Erkrankungen, Fällen von Vernachlässigungen und auch Misshandlungen."

Politik entscheide in zu großem Rahmen

Dötsch ist der Ansicht, dass die Politik in zu großem Rahmen entscheidet. Wo welche Kitas und Schulen öffnen, sollte ihm zufolge jedoch eine Frage sein, die auf lokaler Ebene geklärt wird – "in den Städten der Ballungsräume eigentlich sogar in den einzelnen Bezirken".

Überforderten Eltern rät der Kinderärzte-Präsident, sich schnell Hilfe bei Freunden, Betreuungseinrichtungen oder Kinderärzten zu holen.