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Kind vergisst Schutzmaske – muss kilometerweit zur Schule laufen

Regeln sind Regeln. Wer keine Maske hat, darf eben nicht in den Bus. Fertig. Korrekt so, oder sollte es auch hier Härtefallregelungen geben?

Schulkinder im Bus
Schulkinder im Bus (Symbolbild) Foto: iStock / SolStock

Keine Maske, keine Busfahrt

Kann man verlangen, dass jedes Kind jeden Tag an alles denkt? Eher nicht. Was macht also ein Busfahrer, wenn ein Zwölfjähriger kurz vor Fahrtantritt zugeben muss, dass er seine Maske vergessen hat?

Die Mecklenburg-Vorpommersche Verkehrsgesellschaft (MVVG) hat darauf eine eindeutige Antwort: Er fährt nicht mit. Vorschrift ist Vorschrift, basta. Eltern dürften das deutlich anders sehen.

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Alternativvorschlag abgelehnt

So auch die Mutter des Kindes, dem die Fahrt verweigert wird, obwohl es sogar noch von sich aus versucht, Alternativvorschläge zu machen:

"Mein Sohn hat den Busfahrer gefragt, ob er stattdessen seinen Pullover während der Fahrt über den Mund- und Nasenbereich ziehen könnte. Den Vorschlag lehnte der Fahrer aber rigoros ab und forderte mein Kind dazu auf, den Bus umgehend zu verlassen."

Haltung des MVVG

Aber die MVVG kennt kein Pardon, und so muss der Junge die drei Kilometer zur Schule laufen, teilweise ohne auf einen geeigneten Gehweg zurückgreifen zu können.

Der Vater des Jungen stellt den Verkehrsbetrieb telefonisch zur Rede, der teilt ihm aber lediglich mit, der Busfahrer habe angesichts der grassierenden Corona-Pandemie genau richtig gehandelt.

Chef deckt seinen Fahrer

Auch MVVG-Geschäftsführer Torsten Grahn, für den derartige Beschwerden nicht neu sind, steht zu seinem Fahrer:

"Wir müssen uns aber an die aktuellen Vorgaben halten und dürfen keine Ausnahmen machen. Es geht dabei nicht nur um die Sicherheit einer einzelnen Person, sondern aller Fahrgäste. Darum stehe ich voll und ganz hinter der Entscheidung des Fahrers."

Hat der Busfahrer richtig gehandelt?

Fazit

Wahrscheinlich ist es das Beste, wenn Eltern von schulpflichtigen Kindern, die den Bus nehmen, darauf achten, dass immer gleich mehrere Ersatzmasken im Schulranzen verstaut sind.

So kommt es zu keiner unschönen Entscheidung zwischen Pest und Cholera – alle sind geschützt und niemand muss zu Fuß gehen.