Nach Unfall auf A3 Diese Konsequenzen drohen Feuerwehrmann, der Gaffer bespritzte

13.11.2017
Feuerwehrmann bekommt kein Verfahren
© iStock/PeopleImages

Auf der A3 kam es zu einem schweren Unfall. Um Gaffer vom Fotografieren abzuhalten, spritzte ein Feuerwehrmann mit Wasser. Diese Konsequenzen drohen ihm nun.

Erneut kam es nach einem Unfall zum pietätlosen Filmen und Fotografieren: Auf der Autobahn nahe Aschaffenburg kam es zu einem Unfall, bei dem ein mit Kies beladener Transporter in einer Baustelle aus bisher ungeklärter Ursache ins Schleudern geriet. Das Fahrzeug legte sich quer auf die Fahrbahn, ein Lastwagen krachte in den Transporter; ein weiterer heranfahrender Laster konnte nicht mehr ausweichen und stürzte durch die Leitplanke auf die Gegenfahrbahn. Dort traf er mit einem Kleintransporter zusammen. Drei Menschen starben.

Kurz nach dem Unfall begannen vorbeifahrende LKW-Fahrer Fotos des Unglücksortes zu machen und zu filmen. Ein Feuerwehrmann spritzte - in Absprache mit der Polizei - daraufhin mit einem Schlauch Wasser auf die Fahrzeuge, um "die Fahrer auf ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen", sagte ein Polizeisprecher. Ein Fahrer habe sogar quer im Führerhaus gelegen, um bessere Fotos machen zu können. 

Die Polizei nahm die Personalien von zehn Lastwagenfahrern und belegte sie mit einem Bußgeld. "Wir haben sehr viele Schaulustige, die mit Handys Aufnahmen machen wollen. Das finde ich sehr schade und unangemessen...", sagte Aschaffenburgs Kreisbrandinspektor Otto Hofmann gegenüber der Nachrichtenagentur "News 5". "Nachdem gutes Zureden nicht hilft, haben wir eine Schlauchleitung gelegt und spritzen gegen die Fenster, wenn sie so dreist sind zu filmen."

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Nachdem die Aktion des Feuerwehrmanns im Internet großen Zuspruch fand, drohte ihm zunächst ein Ermittlungsverfahren wegen Eingriffs in den Straßenverkehr. Dabei handelt es sich um ein Offizialdelikt: Die Staatsanwaltschaft muss ermitteln, obwohl keine Anzeige gegen die Rettungskraft vorliegt. Nun wurde die Lage geprüft, es wird kein Verfahren gegen den Feuerwehrmann geben, da es laut Burkhard Pöpperl, leitender Oberstaatsanwalt in Aschaffenburg, keine zureichenden Anhaltspunkte einer strafbaren Handlung gebe. 

Thomas Rollmann, Kreisbrandmeister und Pressesprecher der Feuerwehr Aschaffenburg, sagte dazu der Main Post: "Da ist ihm der Kamm geschwollen. Im Nachhinein ist allen klar, dass das nicht korrekt war." Dennoch könne er das Verhalten verstehen: "Er war in dem Augenblick einfach emotional, die Konsequenzen waren ihm nicht bewusst." Rollmann gab zu denken, dass so etwas nicht noch einmal passieren dürfe und sich die Polizei um Gaffer kümmern müsse.

Michael Zimmer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken bestätigte: "Die Polizei ist sich mit der Feuerwehr für künftige Einsätze einig, dass das Anspritzen von Gaffern mit Wasser kein adäquates Vorgehen für Einsatzkräfte darstellt. Für die Ahndung und Unterbindung von Ordnungswidrigkeiten und/oder Straftaten an der Einsatzstelle ist die Polizei zuständig. So wurden auch am vergangenen Donnerstag Lkw-Fahrer angehalten, Personalien festgestellt und Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Darüber hinaus wurden mögliche Verstöße gefilmt, welche jetzt ausgewertet werden."

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