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Kein Kuschelkurs: Zirkustiger zerfleischt Handwerker den Arm

Autsch, der Unterarm ist hin. Der Vorfall im Zirkus Sarrasani wirft Fragen auf: Wie konnte es dazu kommen? Wer ist Schuld am Unglück? Und: Muss man Tiger in Gefangenschaft halten?

Andre Sarrasani und Tigerdame Kaya
Küsschen: Andre Sarrasani und Tigerdame Kaya Foto: imago images / Andreas Weihs

Handwerker ist fasziniert von Tiger

Der Zirkus Sarrasani hat gerade sein Sommerlager im beschaulichen Ottendorf-Okrilla aufgeschlagen und lässt Handwerker aufs Gelände, um in einem Küchen-Container einen neuen Belag zu verlegen.

Dieser Auftrag führt auch einen gewissen Mario aufs Gelände, der nicht nur mit Zirkusdirektor Andre Sarrasani persönlich befreundet, sondern auch sofort von der siebenjährigen weißen Tigerin Kaya fasziniert ist. So sehr, dass er der Versuchung, das Raubtier zu streicheln, nicht widerstehen kann.

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Alle Absperrungen überwunden

Allem gesunden Menschenverstand und der Binsenweisheit, dass ausgewachsene Tiger keine Schmusekatzen sind, zum Trotz überwindet der Handwerker diverse Sicherheitsabsperrungen, kommt so direkt an den Zaun mit Tigerdame Kaya und beginnt, diese durch den Zaun hindurch zu streicheln.

Was ihr gar nicht gefällt. Das tut sie dadurch kund, dass sie den durch den Zaun gestreckten Unterarm packt und sich in ihm regelrecht verbeißt. Der Arm bricht und wird zerfleischt.

Großkatzenjammer

"Erst zwei Tage vor dem tragischen Unglück habe ich Mario gewarnt, dass Kaya kein Kuscheltier ist", sagt Edith Slavova, Lebensgefährtin des Zirkusdirektors. Tja, wer nicht hören will, muss eben fühlen, ist man versucht zu sagen.

Andre Sarrasani, der zum Zeitpunkt des Unglücks selbst anwesend war, sagt: "Wie es aussieht, kann zum Glück der Arm gerettet werden. Aber es ist eine Katastrophe. Das hätte nicht passieren dürfen."

Per Hubschrauber zur Not-OP

In der Tat hat der Handwerker Glück im Unglück: Er wird sofort in die nächste Uni-Klinik geflogen, wo der Arm in einer Not-Operation gerettet werden kann.

Sarrasani: "Die Schuld liegt nicht beim Tier. Zu 99 Prozent ist immer der Mensch verantwortlich. Ich arbeite seit 20 Jahren mit Raubkatzen. Außer ein paar Kratzern ist mir noch nie etwas passiert."

Fazit

Die Schuld liegt tatsächlich mehr als offensichtlich beim Handwerker, der nicht nur leichtsinnig, sondern zum Tatzeitpunkt mit nachweislich 0,8 Promille Alkohol im Blut auch leicht betrunken war.

Die Polizei ermittelt dennoch wegen fahrlässiger Körperverletzung.