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Unsäglich

Kanzleramt erteilt schnellem Internet für alle eine Absage

Die Geschichte des Breitband- und Mobilfunkausbaus der letzten Jahre ist ohnehin schon eine der verschleppten Entscheidungen und falschen Versprechen. Immer wieder ganz vorne dabei, ein Weltklasse-Netz für die ganz nahe Zukunft zu versprechen: Angela Merkel.

Glasfaserkabelausbau
Glasfaserkabelausbau iStock / deepblue4you

Eine Liste ihrer falschen Versprechen hat der Spiegel-Online-Blogger Sascha Lobo in einer zu gleichen Teilen informativen wie auch erschütternden Chronik des Versagens zusammengefasst. Jetzt der nächste Schlag ins Highspeed-Kontor.

Nachdem monatelang über den Ausbau der nächsten Mobilfunk-Stufe diskutiert wurde, hat die Bundesnetzagentur Ende August endlich ihre Vision zur anstehenden Versteigerung der 5G-Lizenzen vorgestellt. Die Politik ist nicht begeistert.

Die Agentur bliebe weit hinter den Erwartungen zurück. Damit könne keine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung gewährleistet werden, so heißt es. Nur: Wessen Schuld ist das eigentlich?

Nachdem die Netzagentur verlautbaren ließ, dass ein voll ausgerollter 4G-Standard genug wäre, eine flächendeckende Versorgung zu gewährleisten, schwingen sich die Politiker jetzt wieder als Hüter der internationalen Wettbewerbsfähigkeit auf und fordern explizit 5G. Basta.

Fordern kann man viel. Versprechen auch.

Vor dem Hintergrund, dass die Europäische Union gerade den Kodex für elektronische Kommunikation neu verabschiedet hat, sollte man Ersteres auch.

Aber die Scheinheiligkeit dieser Nebelkerzen-Diskussion liegt in der Tatsache, dass sich eben die jetzt krakeelenden und fordernden Politiker an anderer Stelle nur allzu willfährig vor den Karren der Telekommunikations-Lobby spannen lassen.

Wie das klingt, wenn zum Beispiel der Telekom etwas nicht in den Kram passt, lässt sich ganz aktuell gerade über Kanzleramts-Chef Helge Braun vernehmen: „Das einfache Versprechen, flächendeckend 5G überall für alle zu schaffen, ist weder bedarfsgerecht noch realistisch zu finanzieren.“ Punkt. Ausbau ad acta gelegt.

Nur zur Information: 5G ist bereits Realität. In Lesotho. In Deutschland dagegen werden wir wohl auch noch im 22. Jahrhundert LTE und die veralteten Kupferkabel nutzen, die dann wahrscheinlich mit einem brutalstmöglichen Giga-Vectoring oder ähnlichem Superlativ-Gequatsche versehen sind.

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