News-Update

Kalifornien stellt Strand-Besuche unter Strafe – und entlässt Vergewaltiger

Wenn man das liest, will man es zunächst nicht glauben. Die Corona-Pandemie scheint an der Westküste der USA seltsame Blüten zu treiben.

Warnschild: Strand gesperrt
Warnschild: Strand gesperrt Getty Images / Amanda Edwards

Keine Disziplin

Zwar ist die News von Fox, also der amerikanischen Antwort auf die sowjetische Prawda, back in the days. Dennoch stimmen natürlich beide Aussagen in der Artikelüberschrift. Was ist da los in good old California?

Teil eins der Nachricht ist schlicht und ergreifend dem Umstand geschuldet, dass der Durchschnittsamerikaner – nennen wir ihn John Doe – gern mal die ganze Hand nimmt, wenn man ihm den kleinen Finger reicht.

Strände gesperrt

Nachdem sich die Zahlen in Kalifornien dazu eigneten, die Strände wieder freizugeben, wenn die Besucher sich an Auflagen halten, wurde genau dies gemacht. Das Verhalten der Besucher war allerdings nicht dazu angetan, den Governor des Bundesstaates an das Verantwortungsbewusstsein der Einwohner glauben zu lassen.

Zu Abertausenden fluteten sie zurück ans Meer – und zwar gleichzeitig. Die Verantwortlichen mussten also einfach reagieren und die Reißleine ziehen, was bedeutete: Strände wieder gesperrt, selbstverschuldet durch das Verhalten der Masse.

Vergewaltiger frei

Und der zweite Teil der Nachricht? Offiziell ordnete der Bundesstaat die Freilassung von sieben Hochrisiko-Sexualstraftätern aus den Gefängnissen an, weil sie sich mit dem Coronavirus infizieren könnten.

Tatsächlich werden alle Insassen als derart gefährlich eingestuft, dass sich Bezirksstaatsanwalt Todd Spitzer genötigt sah, eine Sicherheitswarnung auszusprechen:

„Diese Art von risikoreichen Sexualstraftätern ist die gefährlichste Art von Kriminellen und wird am ehesten wieder straffällig. Sie tun alles in ihrer Macht Stehende, um zu verhindern, dass sie von den mit ihrer Überwachung beauftragten Bewährungshelfern entdeckt werden, damit sie möglicherweise weitere Sexualstraftaten begehen können. Dies ist nicht die Art von Mensch, die Freigang bekommen sollte.“
Todd Spitzer

Nach Angaben von Spitzers Büro ordnete Gerichtskommissar Joseph Dane die umstrittenen Freilassungen im Laufe des April an, obwohl die Männer wegen Manipulation ihrer GPS-Überwachungsgeräte angeklagt worden waren.

Fazit

Während die eine Maßnahme – die Schließung der Strände – sicherlich nachvollziehbar und in ihrer Konsequenz von denjenigen selbstverschuldet ist, die es nun betrifft, darf die Entlassung der Sexualstraftäter zumindest ein irritiertes Stirnrunzeln verursachen.

Und schließlich: Diese beiden Nachrichten zu kombinieren, um die Verantwortlichen in Kalifornien möglichst wie komplette Idioten aussehen zu lassen, ist natürlich die hohe Schule der Propaganda, wie man sie von Trumps Haus- und Hofpostille nicht anders erwarten darf.

Einem solchen Bauerntrick erliegen die Menschen nur allzu leicht. Entertainer wie Joe Rogan, der die Fox-Nachricht auf seinem Instagram-Account spiegelt, kommentiert sie mit den Worten: "Für den Fall, dass Ihr in Kalifornien lebt und noch nicht sauer genug seid."

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