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Crime-Update

Jeffrey Dahmer: Die Bestie von Milwaukee

Jeffrey Dahmer ist der wahrscheinlich widerlichste Serienmörder aller Zeiten. Die Bestie von Milwaukee tötete, verging sich an den Leichen seiner Opfer, aß deren Fleisch und versuchte sogar, Zombies aus ihnen zu machen.

Jeffrey Dahmer – Bestie oder Opfer seiner Wahnvorstellungen?
Jeffrey Dahmer – Bestie oder Opfer seiner Wahnvorstellungen? Getty Images / EUGENE GARCIA / Staff

Jeffrey Dahmer: Die Bestie von Milwaukee

Jeffrey Dahmer hat Geschichte geschrieben. Als Bestie von Milwaukee. Als Serienmörder. Als Monster. Seine Taten sind so unfassbar grausam und widerlich, dass man schon vom Lesen allein atemlos zurück bleibt. 

Und trotzdem übt der Mann, der zwischen 1978 und 1991 siebzehn Menschen tötete und 1994 selbst einem Mord zum Opfer fiel, eine seltsame Anziehungskraft aus. Ein Psychopath? Keine Frage.

Aber das zurückhaltende Auftreten und die – wie es scheint – tiefe Reue nach der Verhaftung gaben der Bestie von Milwaukee stets auch etwas Menschliches.  

Wie wurde aus Jeffrey Dahmer die Bestie von Milwaukee?

Wie alle seine mordlüsternen Kollegen wurde Jeffrey Dahmer nicht als Serienmörder geboren. Doch im Unterscheid zu Aileen Wuornos beispielsweise, die schon von Kindheitsbeinen an mit grausamsten Misshandlungen zurecht kommen musste, erlebte der junge Jeffrey keine physische Gewalt in der Familie. 

Seine Kindheit und Jugend war dennoch hart: Sein Vater war als Universitätsgelehrter voll auf seine Karriere konzentriert, seine Mutter, eine Hausfrau, kämpfte Zeit ihres Lebens mit schweren psychischen Problemen. Angefangen bei einer postpartalen Depression nach Jeffreys Geburt, was das Bindungsvermögen des späteren Serienmörders empfindlich beeinflusste.

Die Familie zog innerhalb Ohios oft um, als Kind galt Jeffrey Dahmer, der am 21. Mai 1960 in Milwaukee geboren worden war, als apathisch.

Um einen Weg aus seiner Schüchternheit zu finden, begann Jeffrey bereits als Teenager, heftig zu trinken – schon vor der Schule griff er zu Hochprozentigem. Zeitweise war er als Klassenclown bekannt und konnte seine Mitschüler mit ungezügeltem Verhalten beeindrucken. 

Letztendlich blieb er aber ein Außenseiter. Einer, der zwar immer dabei, aber nie mittendrin war. Genau das machte ihn später so gefährlich: Jeffrey Dahmer konnte sich jeder Situation anpassen, konnte auffallen oder unsichtbar werden, konnte höflich oder furchteinflößend sein, konnte Menschen von seiner Vernunft überzeugen, während er die grausamsten Morde beging.

Die Bestie von Milwaukee war eine tickende Zeitbombe.  

Der erste Mord: Jeffrey Dahmer wird um Haaresbreite erwischt

In einem seiner vielen Interviews erzählte Jeffrey Dahmer, dessen jüngerer Bruder David 1966 zur Welt kam und nach Jeffreys Verhaftung mit einem neuen Nachnamen untertauchte, er habe im Alter von 14 Jahren die ersten homosexuellen Fantasien entwickelt.

Schnell wurden daraus Gewaltfantasien, die schließlich in Träumen von nekrophilen Handlungen gipfelten. 

Am 18. Juni 1978, kurz nach Dahmers 18. Geburtstag, beging er seinen ersten Mord. Er hatte den gleichaltrigen Anhalter Steven Hicks mit zu sich nach Hause genommen und ihn bewusstlos geschlagen, als der junge Mann aufbrechen wollte.

Er strangulierte Hicks und verging sich an dem Toten. Am nächsten Tag zerstückelte Jeffrey Dahmer die Leiche und verpackte die abgetrennten Körperteile in Müllsäcken. Was Dahmer damals selbst noch nicht wusste: Dieses Vorgehen sollte später zu seinem Muster werden.

Das Krasse an diesem ersten Mord aber ist, dass es um ein Haar auch Dahmers letzter Mord geworden wäre. Denn als der Teenager die Müllsäcke nachts um drei auf der Rückbank seines Autos wegfuhr, wurde er von einem Polizisten angehalten.

Dieser wollte zwar wissen, was in den Müllsäcken sei, ließ sich aber von Jeffreys Erklärung, darin befände sich Hausmüll, abspeisen. Hätte der Officer nachgeguckt, wäre aus Jeffrey Dahmer niemals die Bestie von Milwaukee geworden.

Das wurde dem Polizisten selbst klar, als er 1991 an einem der Verhöre teilnahm und Dahmer wiedererkannte.    

Betäubt, missbraucht, am Leben gelassen: Jeffrey Dahmer tötet zunächst nicht weiter

Nach dem ersten Mord von 1978 passierte neun Jahre lang nichts. In diesen Jahren schleppte Jeffrey Dahmer sich mehr durchs Leben als dass er es wirklich lebte.

Seine Eltern ließen sich scheiden, seine Alkoholsucht geriet außer Kontrolle, er scheiterte an der Uni, wurde von seinem Vater zum Militär geschickt, dort aber vorzeitig entlassen und musste als Versager wieder bei seinem Vater einziehen, der inzwischen eine andere Frau geheiratet hatte. 

Als Jeffrey sein Leben weiterhin nicht in den Griff bekam, schickte der Vater ihn zu seiner Großmutter – der einzigen Frau, die noch Einfluss auf den Vollblutalkoholiker hatte.

Tatsächlich schien Jeffrey Dahmer in West Allis, einer Vorstadt Milwaukees, wieder auf die Beine zu kommen: Er fand einen Job und besuchte Treffen der Anonymen Alkoholiker. Doch seine Gewaltfantasien ließen ihm keine Ruhe – und gewannen schließlich die Oberhand. 

Ab 1985 hatte sich Jeffrey eine perfide Routine zugelegt: Er besuchte Schwulensaunen und nahm dort Männer mit ins Séparée, wo er sie mit Schlaftabletten betäubte und sich an ihnen verging.

Erst 1987 wurde er bei seinem Treiben erwischt, als eines seiner Opfer mit einer Überdosis in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Rechtlich verfolgt wurden die Fälle nie. 

16 Morde zwischen 1987 und 1991: Die Bestie von Milwaukee erwacht

An seinen zweiten Mord – der als Startschuss seiner Serienmörderkarriere gilt – kann sich Jeffrey Dahmer nicht erinnern. Er hatte 1987 den 25-jährigen Steven Tuomi mit auf sein Hotelzimmer genommen und mit ihm bis zur Beinahe-Bewusstlosigkeit gesoffen.

Nachdem sie zuerst noch einvernehmlichen Sex gehabt hatten, hatte Jeffrey seinen Besucher mit Schlaftabletten betäubt und missbraucht. Danach gingen ihm die Lichter aus. 

Als Jeffrey Dahmer am nächsten Morgen aufwachte, lag Steven Tuomi mit eingeschlagenem Brustkorb neben ihm im Bett. Tot. Die Bestie von Milwaukee war geboren – auch wenn Jeffrey Dahmer sich daran nicht erinnern konnte. 

In den Folgejahren perfektionierte Jeffrey das Morden, nur um Anfang der 90er so nachlässig zu werden, dass er eher zufällig von der Polizei geschnappt wurde. 

Nach Steven Tuomi fielen ihm 15 weitere Jungen und Männer zum Opfer. Der Serienmörder überschritt dabei immer mehr Grenzen. Er verging sich nicht nur an den Leichen und fotografierte auch immer den Zerstückelungsprozess, sondern aß mehrfach deren Fleisch, trank deren Blut und versuchte bei vier Opfern sogar, sie durch Säureinjektionen ins Gehirn in Zombies zu verwandeln. 

Die Leichenteile warf er nicht immer nur in den Müll: Mehrfach legte er sie in Säurebäder, um sie aufzulösen, oder spülte sie die Toilette hinunter. 

1991 war Jeffrey Dahmer so sehr dem Alkohol- und Tötungsrausch erlegen, dass er den Kopf seines vorletzten Opfers, Oliver Lacy, im Kühlschrank aufbewahrte. Neben seinem letzten Opfer, Joseph Bradehoft, schlief er tagelang im Bett – bis sich Maden gebildet hatten. 

Jeffrey Dahmer hätte viel früher geschnappt werden müssen

Was schwerfällt zu glauben: Die Polizei von Milwaukee hatte in all den Jahren nicht einmal gemerkt, dass ein Serienmörder sein Unwesen trieb. Jeffrey Dahmer hatte sich stets die perfekten Opfer ausgesucht: Junge Männer, überwiegend afroamerikanischer Herkunft, die zwar nicht obdachlos, aber meistens ohne festen Wohnsitz waren und so von niemandem vermisst wurden. 

Umso heftiger traf Amerika der Skandal, als die Bestie von Milwaukee im Juli 1991 im Grunde eher zufällig entdeckt wurde. 

Der Verwesungsgeruch in Jeffreys Wohnung – dem legendären Apartment 213 – war inzwischen so bestialisch, dass die Hausverwaltung mit einer Zwangsräumung drohte.

Doch Jeffrey, komplett in seinen Zwängen gefangen, ging trotzdem los, um sich ein weiteres Opfer zu suchen. In einer Mall sprach er den 32-jährigen Tracy Edwards an und versprach, Fotos von ihm zu machen. Edwards ging mit und verbrachte – trotz des Gestanks in der Wohnung – den Abend mit Jeffrey Dahmer.

Als dieser ihn jedoch mit Handschellen fesseln wollte, floh der junge Mann und verständigte die Polizei. 

Bei der anschließenden Durchsuchung des Horror-Apartments fanden sich die Beamten in ihrem persönlichen Albtraum wieder: Leichenteile, Blutreste, Säurefässer – die Wohnung war ein Ort des Grauens.  

Mit dem Bekanntwerden des Falls wurden schnell klar, dass Jeffrey Dahmer viel früher hätte aufgehalten werden können. Nicht nur der Vorfall bei seinem ersten Mord spricht Bände. Mehrfach war die Bestie von Milwaukee kurz davor, aufzufliegen. Doch immer wieder spielte Jeffrey Dahmer den besonnen, weißen Bürger und blendete die Menschen um sich herum. 

Nach seiner Verhaftung kooperierte der Serienmörder mit den Beamten und gestand auch Taten, die ohne seine Aussage vermutlich niemals aufgedeckt worden wären. Im Gegensatz zu Ted Bundy aber genoss Jeffrey Dahmer die mediale Aufmerksamkeit um seine Person nie. 

Er gab zu Protokoll, seine Opfer nie gequält zu haben und auch das Zerstückeln der Leichen sei ihm nur nach exzessivem Trinken möglich gewesen. Durch das Essen der Leichenteile habe er seine Opfer zu einem ewigen Teil seiner selbst machen wollen.

Die Köpfe seiner späteren Opfer bewahrte er als deren "wahre Essenz" auf.   

Über 900 Jahre Haft – beendet durch einen Mord

Am 17. Februar 1992 wurde Jeffrey Dahmer in Milwaukee zur höchstmöglichen Strafe von 15 aufeinanderfolgenden lebenslangen Freiheitsstrafen ohne Aussicht auf Entlassung verurteilt. Als Wiederholungstäter bekam er außerdem für jeden Mord zusätzliche zehn Jahre Haft.

Somit hätte sich seine Haftzeit auf über 900 Jahre hinter Gittern belaufen. 

Doch es sollte anders kommen: Am 28. November 1994 wurde Jeffrey Dahmer von seinem Mitgefangenen Christopher Scarver mit einer Eisenstange erschlagen.

Scarver sagte Jahre später aus, er habe Dahmer bestrafen wollen, weil dieser im Gefängnis keine Reue für seine Taten gezeigt habe – eine interessante Aussage, da Jeffrey Dahmer gegenüber der Polizei, den Richtern und der Öffentlichkeit stets betont hatte, wie sehr er seine Mordserie bereut. 

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