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Japan: Jeder Corona-Infizierte bekommt 830 Euro

In Japan gehen die Uhren anders. Unabhängig von der Zeitverschiebung gilt dieser Satz manchmal auch für alltägliche Gewohnheiten oder angewandte Maßnahmen – beispielsweise bei der Corona-Bekämpfung.

Menschen mit Mund-Nasen-Schutzmasken in Japan
Japan geht in der Corona-Bekämpfung neue Wege (Symbolfoto) Foto: Getty Images / Tomohiro Ohsumi

Japan: Jeder Corona-Infizierte bekommt 830 Euro

Bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie geht man im Tokioter Stadtviertel Shinjuku aktuell ganz neue Wege. Jedem Bewohner winkt ein Scheck über 830 Euro von der Regierung, wenn er eine Corona-Erkrankung nachweisen kann. Wir haben die ganzen Hintergründe.

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Kritiker laufen Sturm

Wie "Nhk Japan" berichtet, sollen nun jedem an dem Virus erkrankten Einwohner von Shinjuku, der seit dem 7. April 2020 dort registriert ist, 100.000 Yen (umgerechnet etwa 830 Euro) in Form eines Schecks ausgezahlt werden. Bislang haben sich in dem Viertel rund 800 Menschen mit Corona infiziert – das ist absoluter Höchstwert in Japan!

Mit der Finanzspritze sollen die Infizierten unterstützt werden, weil diese nicht mehr zur Arbeit gehen können. Kritiker laufen gegen diese Entscheidung Sturm.

In einem Tweet zum Thema wird der Tenor der Zweifler deutlich: "Bitte macht das nicht! Das wird nur ein paar Idioten dazu bringen, sich das Virus aus Geldgründen einzufangen."

In Japan gibt es insgesamt rund 21.000 registrierte Corona-Fälle. Ein Drittel von ihnen entfällt auf die Hauptstadt Tokio.

Das ist Shinjuku

Shinjuku gilt als beliebtes Vergnügungsviertel. Zahlreiche Klubs und Karaokebars prägen das Straßenbild des Stadtviertels im Osten von Tokio.

Zudem sind Museen, Galerien und eine Universität hier ansässig. Auch das "Neue Nationalstadion" befindet sich in Shinjuku, das anlässlich der verschobenen Olympischen Spiele 2020 erbaut wurde.