Crime-Update Jack the Ripper: Wer war die Bestie von London?

Mona | Männersache 16.07.2019

Jack the Ripper trieb 1888 sein Unwesen im Londoner East End, hinterließ mindestens fünf bestialisch verstümmelte Leichen und einige Rätsel. Wer war die Bestie von Whitechapel?

Jack the Ripper schlachtete Prostituierte ab
Jack the Ripper schlachtete Prostituierte ab Foto:  Getty Images / pic / Kontributor
Inhalt
  1. Jack the Ripper: Die Bestie von London
  2. Was weiß man über Jack the Ripper?
  3. Die Bestie von London: Jacks Opfer und vermeintliche Opfer
  4. Zahllose Verdächtige, keine Gewissheit
  5. Jack the Ripper wird ewig leben
 

Jack the Ripper: Die Bestie von London

Jack the Ripper – der Name verursacht bis heute Gänsehaut. Wer war der Irre, der im Londoner Armenviertel Whitechapel mindestens fünf Frauen umgebracht und ausgeweidet hat?

Warum konnte weder die britische Polizei noch Scotland Yard die Identität der Bestie von London je klären? Und hat der Serienmörder wirklich lediglich fünf Prostituierte umgebracht oder gehören noch mehr Frauen zu seinen Opfern? Eine Spurensuche.

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Was weiß man über Jack the Ripper?

Seit mehr als 130 Jahren hält der Fall aus dem Londoner East End die Welt in Atem. Ernstzunehmende Kriminologen wie auch Hobbyspürnasen versuchen sich immer wieder daran, die Identität Jack the Rippers aufzudecken.

Final gelungen ist dies bisher keinem. Obwohl es einige Fakten über die Bestie von London gibt, die als sicher gelten. 

So muss Jack the Ripper ein Einheimischer, ja vielleicht sogar jemand aus Whitechapel selbst gewesen sein. Dafür sprechen zwei Tatsachen. Zum einen muss der Mörder die Gegend wie seine Westentasche gekannt haben – vor allem mit Blick auf mögliche Fluchtwege.

Außerdem wirkte er nachts in den Straßen nicht fehl am Platz: Jack the Ripper gehörte zum Bild des Armenviertels, er fiel dort nicht auf.

Heute mag das Stadtviertel Whitechapel als hip gelten, damals allerdings war es von Armut, Kriminalität und Verzweiflung geprägt. Das deutet darauf hin, dass Jack the Ripper kein stattlicher Herr von hoher Gesellschaft gewesen sein kann, dessen Erscheinen in Whitechapel verdächtig gewirkt hätte. 

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Da jedes seiner (vermeintlichen) Opfer entweder am Wochenende oder einem Feiertag abgeschlachtet wurde, gilt es unter Ripperologen, wie sich jene, die den Mythos um Jack the Ripper untersuchen, selbst gerne nennen, als gesichert, dass der Serienmörder berufstätig war. 

Er muss zudem über rudimentäre Anatomie-Kenntnisse verfügt haben, da die Mehrheit seiner Opfer nicht nur umgebracht, sondern ausgeweidet und zur Schau gestellt wurden.

Zuletzt ist davon auszugehen, dass Jack the Ripper in zerrütteten Familienverhältnissen aufwuchs, die seine Psyche dauerhaft geschädigt und Gewaltfantasien hervorgerufen haben.

Man nimmt an, dass die Bestie von London zwischen 35 und 40 Jahre alt war – dass der Mörder also erst dann zuschlug, als die in seiner Kindheit erlebten Traumata aufbrachen. 

Seinen Namen hat Jack the Ripper übrigens einem vermeintlichen Bekennerschreiben, das am 27. September 1988 bei bei der Central News Agency eintraf, zu verdanken. Dieser Brief war zwei Tage zuvor verfasst und mit Jack the Ripper unterschrieben worden. 

 

Die Bestie von London: Jacks Opfer und vermeintliche Opfer

Die Leiche von Elizabeth Stride Foto:  Getty Images / Express Newspapers / Staff

Worüber Ripperologen weltweit streiten, ist die genaue Opferzahl. Hat Jack the Ripper nun fünf, sechs oder doch wesentlich mehr Frauen umgebracht? Hierzu gibt es keinen Konsens. 

Fünf Frauen allerdings gelten als anerkannte Opfer Jack the Rippers. Sie werden "die kanonischen Fünf" genannt und fanden zwischen dem 31. August und dem 9. November 1888 den Tod in Whitechapel:

  1. Mary Ann Nichols, ermordet am Freitag, den 31. August 
  2. Annie Chapman, ermordet am Samstag, den 8. September 
  3. Elizabeth Stride, ermordet am Sonntag, den 30. September 
  4. Catherine Eddowes, ermordet am Sonntag, den 30. September 
  5. Mary Jane Kelly, ermordet am Freitag, den 9. November

Alle Fünf arbeiteten als Prostituierte und waren zwischen 23 und 47 Jahre alt. 

Es mag zynisch klingen, aber Jack the Ripper war um 1888 nicht der einzige Irre, der in London sein Unwesen trieb und Frauen abschlachtete. Deswegen wird bis heute über die genaue Opferzahl gestritten. Manche Ermittler sehen beispielsweise in Martha Tabram, die am 7. August 1888 gefunden wurde, das erste Ripper-Opfer. Andere schreiben Jack the Ripper bis zu elf Morde zu.

 

Zahllose Verdächtige, keine Gewissheit

Das zerstörte Grab von James Maybrick, einem Verdächtigen Foto:  Getty Images / Jim Dyson / Kontributor

Genauso ungeklärt wie die genaue Opferzahl ist die Identität von Jack the Ripper. Bis heute weiß niemand, wer die Bestie von London war. Es gibt zahlreiche Verdächtige und Theorien, doch eindeutig geklärt ist nichts. 

Unter die Verdächtigen mischen sich bekannte Namen wie Lewis Carroll, Autor von 'Alice im Wunderland', 'Sherlock Holmes'-Erfinder Sir Arthur Conan Doyle und Oscar Wilde.

Sogar Prinz Albert Victor Christian Edward, Herzog von Clarence und Avondale und Enkel von Königin Viktoria, zählte eine Zeitlang zum Kreis der Verdächtigen, schied aber aus, als klar wurde, dass er zu den fraglichen Zeitpunkten nicht in London war.

Der Fall um James Maybrick sorgte für Wirbel, da die Verdächtigungen auf einem Tagebuch basierten, dessen Echtheit inzwischen infrage gestellt wird. Manche Ripperologen verfolgen eine ganz andere Theorie: Jack the Ripper habe es nie gegeben.

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Zuletzt sorgte der britische Autor und Unternehmer Russell Edwards für Aufsehen mit seiner Theorie, Jack the Ripper sei der aus Polen eingewanderte Friseur Aaron Kosminski gewesen.

Edwards fußt seine Überzeugung auf DNA- und Sperma-Spuren, die an einem ungewaschenen Schultertuch gefunden worden waren. Der Unternehmer hatte das Stück aus den Archiven von Scotland Yard ersteigert.

Es war am Schauplatz des vierten Mordes gefunden worden. In seinem Buch 'Naming Jack the Ripper' bringt Russell Edwards den Fall zu einem für ihn eindeutigen Abschluss. Nicht alle Ripperologen erkennen die Spuren allerdings an.   

 

Jack the Ripper wird ewig leben

Obwohl die Mordserie schon nach wenigen Monaten wieder endete, scheint Jack the Ripper die Welt nie aus seinen Fängen entlassen zu haben. 

Kein Wunder, dass die Bestie von London die Hauptrolle in zahlreichen Filmen und Serien spielt. 1976 beispielsweise brillierte Klaus Kinski in 'Jack the Ripper – Der Dirnenmörder von London' als mordender Arzt Dr. Dennis Orloff.

In 'From Hell' aus dem Jahr 2001 versuchte Johnny Depp als Inspektor Frederick Abberline von Scotland Yard, den irren Mörder zu fassen.

Die gleiche Rolle hatte Hollywoodstar Michael Caine bereits 1988 in der britischen Miniserie 'Jack the Ripper – Das Ungeheuer von London' verkörpert. Auf YouTube kann man das Katz-und-Maus-Spiel verfolgen:

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