Umwelt-Update

Island trauert: Erster Gletscher fällt Klimawandel zum Opfer

Große Trauer im äußersten Winkel Europas: Auf Island ist ein Gletscher gestorben. Die Einheimischen begehen eine Totenmesse und bringen eine Gedenktafel an.

Gletscher auf Island
Die Gletscher auf Island ziehen sich immer weiter zurück. Foto: iStock / mantaphoto

Erster Island-Gletscher gibt auf

Die Frostbeulen unter uns werden sich jetzt fragen: "Na und? Kälte und Schnee müssen ja auch nicht sein." Die Isländer sehen das aber etwas anders.

Für sie gehören Gletscher zum alltäglichen Leben dazu wie die Vulkanausbrüche. Nicht umsonst wird die Insel "Land aus Feuer und Eis" genannt.

Satellitenbilder zeigen Ausmaß der Tragödie

Wenn der Klimawandel, der sich auf Island besonders drastisch offenbart, in dieser Geschwindigkeit weiter fortsetzt, werden die Insulaner in Zukunft wohl häufiger solche Totenwachen abhalten müssen.

Satellitenbilder zeigen, wie sich Eis und Schnee rund um den Vulkan Okjokull komplett zurückgezogen und nur noch eine kleine Kuppe auf der Spitze des Vulkans zurückgelassen haben.

Gedenkplakette mit krassem Wortlaut

Um ihrer Trauer sichtbaren und dauerhaften Ausdruck zu verleihen, haben die Isländer dort, wo ehemals der Gletscher ins Land hineinragte, eine Bronzetafel mit folgendem Inhalt auf Isländisch und Englisch angebracht (siehe auch Video unten):

 "A letter to the future. OK ist he first Icelandic glacier to lose ist status as a glacier. In the next 200 years all our glaciers are expected to follow the same path. This monument is to acknowledge that we know what is happening and what needs to be done. Only you know if we did it."

Auf Deutsch: "Ein Brief in die Zukunft. OK ist der erste isländische Gletscher, der seinen Status als Gletscher verliert. In den nächsten 20 Jahren werden alle unsere Gletscher dieses Schicksal teilen. Diese Gedenktafel besagt, dass wir wissen, dass dies geschehen wird und was zu tun ist. Nur Ihr wisst, ob dies auch getan haben."

Die Gefahr ist real. Im Jahre 2000 besaß Island noch über 300 Gletscher. Heute sind es 56 weniger.