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Handball-Update

"Im Team erfolgreich zu sein, ist mein Ansporn": Handball-Nationaltorwart Silvio Heinevetter im Interview

Silvio Heinevetter ist Deutschlands Handball-Nationaltorwart – und ein Mann mit Charakter und Leidenschaft. Wir haben mit ihm u. a. über seinen Abschied von den Berliner Füchsen, die anstehende Handball-Weltmeisterschaft und seine Vorliebe für Mode gesprochen.

Silvio Heinevetter
Silvio Heinevetter Foto: Silvio Heinevetter ; Männersache

Abschied & Neuanfang

Männersache: Warum bist du Handball-Torwart geworden, was reizt dich an diesem Sport und deiner Position?

Silvio Heinevetter: "Der letzte Mann auf dem Spielfeld zu sein? Der Turm in der Schlacht? Das allein ist nicht Handball. Im Team erfolgreich zu sein, ist mein Ansporn. Natürlich genieße ich auch das Gefühl, einen harten Ball aus nächster Distanz mit meinem Körper abgewehrt und so das Duell mit dem Werfer gewonnen zu haben."

Männersache: Was wärst du geworden, wenn es mit dem Handball nicht geklappt hätte?

Silvio Heinevetter: "Dann wäre ich Langzeitstudent geworden 😉"

Männersache: Wie schwer fiel dir der Abschied nach elf Jahren im Tor der Berliner Füchse?

Silvio Heinevetter: "Als Profi überhaupt so lange bei einem Verein spielen zu dürfen, ist selten und eine Auszeichnung. Wechsel sind im Spitzensport normal, und auf meine späten Jahre erlebe ich noch einmal etwas Neues. Also alles in Ordnung."

Männersache: Welche Ziele verfolgst du mit deinem neuen Team von der MT Melsungen?

Silvio Heinevetter: "Gewinnen. So viele Spiele wie möglich. Wenn das klappt, kommt etwas Gutes dabei raus. Ganz einfach."

WM, Corona & Mode

Männersache: Was erwartest du von der Handball-Weltmeisterschaft 2021, welche Chancen hat die deutsche Mannschaft?

Silvio Heinevetter: "Die WM in Ägypten ist für mich lange Zeit sehr weit weg gewesen. Wir haben bis Ende Dezember mit Melsungen in der Liga gespielt. Als Profisportler schaust du nicht so weit in die Zukunft wie Fans und Medien. Ich tue immer alles für den Erfolg im nächsten Spiel. Voller Fokus auf die kommende Aufgabe – so kann uns auch in Ägypten ein erfolgreiches Turnier gelingen. Prognosen sind nicht mein Ding."

Männersache: Wie erlebst du die Corona-Pandemie, welche Auswirkungen hat sie auf dein Leben?

Silvio Heinevetter: "Ich war bereits viermal in Quarantäne, zuletzt nach einem eigenen positiven Test auch über Weihnachten. Verschärfte Hygienebedingungen bestimmen unseren Alltag, der wie bei vielen Menschen einfach komplett anders ist. Das Spielen vor leeren Rängen ist sehr seltsam, aber ich bin dankbar, dass wir als Profis überhaupt unserem Beruf nachgehen können."

Männersache: Wie wichtig ist dir Mode, und was hältst du von Walbusch als offiziellem Fashion-Partner der Handball-Nationalmannschaft?

Silvio Heinevetter: "Mode ist mir wichtig. Ich bin aber keiner, der sagt: Das ist in. Ich ziehe an, was mir gefällt. Und genau das ist meine Mode. Bequem muss es sein. Locker und lässig geht auch, dem Anlass entsprechend auch gern mal schick und enger. Der Wohlfühlfaktor ist mir am wichtigsten, und da haben wir es mit unserem Walbusch-Outfit für lange Reisen mit der Nationalmannschaft bestens getroffen."

Handball-Nationalmannschaft in Walbusch-Kleidung
Handball-Nationalmannschaft in Walbusch-Kleidung Foto: Walbusch

Hobbys & Social Media

Männersache: Hast du Hobbys abseits vom Handball bzw. wie schaltest du in deiner Freizeit ab?

Silvio Heinevetter: "Viel Zeit bleibt nicht, aber ich bin ein großer Freund von Gesellschaftsspielen – Schach, Mühle, Backgammon, Skat."

Männersache: Du bist auf Instagram sehr aktiv, welche Bedeutung hat Social Media für dich?

Silvio Heinevetter: "Ich wollte da nie aktiv sein, bin aber irgendwie in Instagram reingerutscht. Es ist viel Spaß dabei und sehe das alles mit einem Lächeln. Unter der Voraussetzung bin ich sehr aktiv. Wenn ich etwas aus meinem Leben freigeben möchte, mache ich das, aber zwingen lasse ich mich zu nichts."

Männersache: Du hast dich einmal selbst als Lebenskünstler bezeichnet, was heißt das konkret?

Silvio Heinevetter: "Keine Ahnung! 😊 Das war wahrscheinlich so ein flapsiger Spruch, den man nicht ganz ernst nehmen sollte, oder?"

Männersache: Vielen Dank für das Gespräch!