Damit hat niemand gerechnet

IKEA-Mythos entlarvt - Türken jubeln

Deutschland steht für Bier, Mercedes und Rhein-Romantik, so wie man bei Australien sofort an Kängurus und Surfen denkt. Und was ist mit Schweden? Na klar, werden jetzt alle sagen: Abba, Volvo, IKEA. So weit, so richtig.

IKEA-Filiale
IKEA-Filiale Foto: iStock/TonyBaggett

Aber: Wofür steht IKEA seit gefühlt ewigen Zeiten (neben den Möbeln, natürlich)? Klar, für Köttbullar, diese kleinen leckeren Fleischbällchen, die man sich genehmigt, wenn gerade mal wieder drei Billy-Regale, zwei Topfpflanzen und ein Päckchen mit 200 Windlicht-Kerzen im Van auf dem Parkplatz verstaut wurden.

Hmm, lecker. Und echt schwedisch. Oder doch nicht? Wie jetzt herauskam, sind die beliebten Hackbrätlinge wohl einem Rezept geschuldet, das König Karl XII Anfang des 18. Jahrhunderts aus einem ganz anderen Teil der Weltgeschichte mitgebracht hat.

Nämlich aus der Türkei. Das ist durchaus realistisch und nachvollziehbar, sind doch die Grenzen zwischen Erfindung und Nachbraterei sowieso fließend. In diesem Fall kann aber wohl tatsächlich einwandfrei davon ausgegangen werden, dass die türkischen Köfte Pate standen für das heutige schwedische Nationalgericht.

Bleibt also abzuwarten, wie lange IKEA noch kleine, gelb-blaue Fähnchen in die Brätlinge piekst. Zumindest aber werden sie wohl eine direkte Kundenansprache à la "Lust auf schwedische Spezialitäten?" zukünftig vermeiden.

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