Horror-Spezial Horrorfilme, bei denen Zuschauer ohnmächtig wurden, sich übergaben – und starben

Tomasz | Männersache 25.06.2018

Erinnerst du dich, als deine Eltern sagten, zu viele Filme seien nicht gut für dich? Nun ja, bei einigen Zuschauern, die sich die folgenden Horrorfilme ansahen, trifft diese Warnung auf jeden Fall zu.

Raw: Der französisch-belgische Kannibalen-Streifen gilt als der ekelhafteste Horrorfilm 2017
Foto:  Focus World

Bei manchen Filmen, in der Regel Horrorfilmen, wird manchen Zuschauern richtig übel. Nicht unbedingt, weil der Film schlecht (wobei das auch passieren kann), sondern weil er so verstörend, brutal und ekelhaft ist, dass es so manch zartes Gemüt stark strapazieren kann. Hier eine Auswahl von harten Schockern, die sich Zartbesaitete auf keinen Fall alleine anschauen sollten.

 

"Der Exorzist" (1973)

Auch nach 45 Jahren gehört William Friedkins Meisterwerk zu den besten Horrorfilmen aller Zeiten. Die Geschichte eines vom Teufel besessenen Mädchens, das von einem Priester mithilfe einer Teufelsaustreibung gerettet werden soll, jagt einem noch heute einen Schauer über den Rücken. Natürlich sollte man das Alter des Films bedenken, das es für heutige Zuschauer möglicherweise unverständlich macht, dass Menschen seinerzeit traumatisiert waren. Aber wie bei jedem Film, muss man ihn im Kontext seiner Zeit sehen.

Die besten Horrorfilme des 21. Jahrhunderts
Die besten Horrorfilme des 21. Jahrhunderts

1973 waren die Zuschauer nicht auf das vorbereitet, was "Der Exorzist" ihnen bat. Viele wurden ohnmächtig, mussten sich übergeben und sogar im Krankenwagen abtransportiert werden. Angeblich platzierten sich Kirchenvertreter an den Kinoausgängen, um die verstörten Zuschauer nach dem Film sofort betreuen zu können – das könnte aber auch eine Publicity-Erfindung des Filmverleihers gewesen sein. Dass der Film seine Wirkung auf die Zuschauer nicht verfehlte, zeigt dieses Video.

 

"Raw" (2017)

Der französische Kannibalismus-Horror von Regisseurin Julia Ducournau brachte zwei Zuschauer 2016 bei seiner Premiere beim Toronto International Film Festival derartig aus der Fassung, dass sie medizinisch betreut werden mussten. Der Film ist eine Coming-of-Age-Story im Mantel eines realistischen und blutigen Kannibalismus-Horrors.

 

"Freaks" (1932)

Schon lange vor "Der Exorzist" gab es Filme, die dem Publikum nicht bekamen – kein Wunder, waren die Grenzen des guten Geschmacks in den 1930er-Jahren noch wesentlich ausgeprägter. Tod Brownings "Freaks" zum Beispiel, ein Horror-Drama über eine Gruppe missgestalteter Zirkus-Attraktionen, war der Grund für eine Missgeburt – so zumindest behauptete es eine Frau, die nach dem Schauen des Films eine Fehlgeburt erlitt und die Filmemacher verklagte, schreibt der Guardian.

 

"Die Passion Christi" (2004)

Der berühmt-berüchtigte Film von Mel Gibson über das Leiden und Sterben von Jesus Christus ist zwar kein Horrorfilm, aber dennoch nichts für schwache Nerven. Viel wurde über diesen Film geredet: Er sei überflüssig brutal und blutig, sogar antisemitische Vorwürfe mussten sich der Film und dessen Regisseur gefallen lassen. Was genau letztlich der Grund war, ist schwer zu sagen, aber eine Frau, so berichtet CNN, erlitt im Kino einen tödlichen Herzinfarkt.

 

"Antichrist" (2009)

Lars von Trier ist immer für einen Aufreger gut und sein Film "Antichrist" ist da keine Ausnahme. Der Film ist eine Reise in die tiefsten Abgründe des Menschen, schonungslos, brutal und – Spoiler – ohne Happy End. Nach dem tragischen Tod ihres Kindes ziehen sich die Eltern in eine Waldhütte zurück, um mit der Trauer und den Schuldgefühlen klarzukommen. Dort begegnen sie dem Bösen – in sich selbst. Bei der Premiere des Schockers bei den Filmfestspielen in Cannes 2009 wurden vier Personen ohnmächtig. Überraschend ist nur, dass es so wenige waren.

 

"Irréversible" (2002)

Von Trier ist nicht der einzige Provokateur, der in Cannes für Furore sorgte. "Irréversible" des argentinischen Regisseurs Gaspar Noé erwies sich als "derart schockierend, dass 250 Leute den Saal verließen und zum Teil medizinisch versorgt werden mussten", schreibt die BBC. Einer der Gründe könnte der basslastige und tieffrequentierte Dauerton in der ersten halbe Stunde des Films gewesen sein, der zwar vom menschlichen Ohr nicht wahrgenommen wird, aber speziell dazu entwickelt wurde, ein Gefühl des Unwohlseins und der Verzweiflung zu erzeugen.

 

"Suspiria" (2018)

"Suspiria" von Luca Guadagnino ist noch gar nicht angelaufen und sorgt jetzt schon für Furore. Das hoch gehandelte Remake von Dario Argentos Kult-Horror gleichen Namens von 1977 wurde einigen Glücklichen bei der CinemaCon in Las Vegas gezeigt – zumindest ein Clip aus dem Film. Aber dieser war ausreichend, um einige extreme Reaktionen zu verursachen. So twitterten einige Zuschauer: "Ich musste wegschauen, aber das war nicht genug. Allein der Sound wird mich mein Leben lang verfolgen" oder "Leute an meinem Tisch mussten sich wegdrehen" oder "Ich bin traumatisiert".

Traumatisiert war übrigens auch Dakota Johnson, die die Hauptrolle in "Suspiria" spielt. Der Film, sagt sie, habe sie "dermaßen fertiggemacht (fucked up), dass [sie] einen Therapeuten aufsuchen musste".

Mehr Horror-Filme:
"Halloween": Erster Trailer des Slasher-Epos bringt den Horror zurück
"Hereditary": Neuer Psycho-Schocker lässt Zuschauer ausflippen

Tags:
Copyright 2019 maennersache.de. All rights reserved.