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Honig: Erstaunliche Fakten zur Speise der Götter

Nektar und Ambrosia: Das flüssige Gold wurde in allen Kulturen der Menschheits­geschichte geschätzt und bereits in der Steinzeit als Lockmittel zur Bärenjagd eingesetzt. Heute verspeist der Deutsche rund ein Kilogramm Honig im Jahr. Was macht die "Speise der Götter" so besonders?

Honigwabe und Bienen
Honig und seine fleißigen Erzeuger iStock / Nastco

Honig: Erstaunliche Fakten zur Speise der Götter

Aus der Zelle

Pollen und Nektar, Grundzutaten des Honigs, werden in Waben gesammelt und mit einer Wachsschicht verdeckelt. Diese "schwitzen" die Tiere aus Wachsdrüsen an den hinteren Bauchschuppen als dünne Plättchen aus. Eines wiegt etwa 0,8 Milligramm, sodass für ein Kilogramm Bienenwachs rund 1,25 Millionen Plättchen zusammenkommen müssen.

La Petite Mort

Drohnen haben nur eine Aufgabe: sich mit der Königin auf ihrem Hochzeitsflug zu paaren und zu sterben. Die Konkurrenz ist groß: Bis zu 20.000 Drohnen wollen die Monarchin begatten, doch maximal zehn werden erhört. Beim Sex in rund 15 Meter Höhe pumpt das Männchen dann seine gesamte Körperflüssigkeit in sein Geschlecht, was ihm, sobald er zum Orgasmus kommt, in einer Art Explosion mit all den inneren Organen aus dem Leib gerissen wird. Arbeitsbienen hingegen leben länger und sind unter anderem für die Honigproduktion zuständig.

Blaumachen

An der Farbe lässt sich erkennen, wo die Bienen den Nektar gesammelt haben. Wasserklar: Robinie/Akazie. Weiß: Raps oder Linde. Hellgelb: Obstbäume. Goldgelb: Löwenzahn. Rotbraun: Fichte. Grün: Waldmeister. Fluoreszierender Honig: Kornblume. In Frankreich kommt es gelegentlich auch zu blauem Honig, da ansässige Bienen die Abfälle des Schokolinsenherstellers M&Ms Blüten vorziehen.

Kostprobe

Jede Sorte schmeckt anders: Lindenhonig etwas nach Menthol, Löwenzahnhonig nach Liebstöckel, Akazienhonig leicht parfümiert, Waldhonig hat ein Malzaroma.

Weltrekordhalter

Wir Deutschen kaufen fleißig: Im Jahr 2015 wurden 7.500 Tonnen Honig aus China, dem Honig-Export-Weltmeister-Land, importiert – damit folgt hierzulande China Mexiko und der Ukraine als dritthäufigstes Herkunftsland. Unser osteuropäischer Nachbar exportierte 2017 30.000 Tonnen des Goldsaftes und ganze 1,5 Prozent der Bevölkerung sind in der Honigproduktion tätig. In Deutschland dagegen liegt die Hobbyimkerei im Trend.

Deutsches Reinheitsgebot

Vorsicht vor billigen Fälschungen. Industrieware aus Asien entspricht oft nicht den deutschen Qualitätsvorschriften, die beispielsweise besagen, dass der Wassergehalt von 20 Prozent nicht überstiegen werden darf und Honig mit höherem Anteil noch nicht "reif" ist. Die chinesische Produktion setzt auf maschinelle Trocknung, Filter­technik und streckt zum Teil mit Sirup. Tipp: Honig von einem Imker aus der Region kaufen.

Zaubertrank

Das flüssige Gold wirkt entzündungshemmend (hilft direkt aufgetragen beispielsweise bei Herpes) oder wird zusammen mit Zwiebeln als Hustensaft getrunken. Außerdem fördert es dank antiseptischer Wirkung die Wundheilung und gehört zu den natürlichen Aphrodisiaka, da sein hoher Vitamin-B-Gehalt zur gesteigerten Produktion von Testosteron beiträgt. Noch mehr anregende Wirkung hat nur die vergorene Form: Met.

Auf Droge

Kliffhonigbienen produzieren aus den Pollen von Rhododendren einen halluzinogenen Honig. Nepalesen besteigen deshalb seit Generationen die Steilwände der Bergregionen, wo diese Bienenvölker ihre bis zu einen Meter langen, ungeschützten Waben aufhängen. Die Ernte ist lebensgefährlich, der Kick allerdings einzigartig.

Kleinvieh

Eine einzelne Biene produziert in ihrem ganzen Leben nur etwa einen Kaffeelöffel voll Honig und legt dafür eine Strecke von rund 3.000 Kilometern zurück. Insgesamt kann ein ganzes Volk in einem Sommer etwa 300 Kilogramm Honig produzieren.

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