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Hitzewelle: 44 Häftlinge sterben in selber Zelle in nur einer Nacht

Im zentralafrikanischen Tschad starben 44 Gefangene, nachdem sie während einer Hitzewelle gemeinsam in nur eine Zelle gesperrt wurden.

Gefängniszelle
Gefängniszelle (Symbolbild) Foto: iStock / slobo

44 tote Häftlinge in einer Nacht

Im zentralafrikanischen Staat Tschad kam es einem Bericht von Unilad zufolge in der Nacht vom 14. auf den 15. April 2020 in einem Gefängnis zu 44 Todesfällen, weil sich zu viele Häftlinge eine Zelle teilen mussten.

Einer Untersuchung des Vorfalls zufolge starben die Insassen an Hunger und Durst, zu hohen Temperaturen und Überbelegung. Die Staatsanwaltschaft verfolgt jedoch eine ganz andere Theorie.

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Kollektiver Selbstmord

Die Staatsanwaltschaft vermutet nämlich, dass es sich bei den Häftlingen um Mitglieder der terroristischen Gruppierung Boko Haram handelte, die sich im Kollektiv selbst vergiftet hätten.

Auch die Regierung hält einen Massenselbstmord für möglich und sieht aktuell keinerlei Anzeichen für Misshandlungen. Die Nationale Menschenrechtskommission wiederum behauptet, die Gefangenen waren Zivilisten.

Ergebnis offen

Die öffentliche Organisation spricht in einem Bericht von willkürlichen Verhaftungen sowie unmenschlichen Haftbedingungen. Djimet Arabi, seines Zeichens Justizminister des Tschad, möchte diesen in die Untersuchungen zum Vorfall einbeziehen.

Ob sich also Terroristen selbst vergiftet haben oder zu Unrecht verhaftete Normalbürger zu Tode gequält wurden, bleibt zunächst offen.