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Hitlerbilder & Hakenkreuze: Polizei-Chatgruppe in NRW sorgt für Riesenskandal

Der Skandal um fremdenfeindliche WhatsApp-Gruppen einiger Polizeibeamter in NRW zieht immer weitere Kreise. Zudem werden nun Einzelheiten hinsichtlich der rechtsradikalen Inhalte bekannt.

WhatsApp auf Display
Via WhatsApp haben sich rechtsradikale Polizisten in NRW ausgetauscht Foto: iStock/stockcam

Polizei-Chatgruppe in NRW sorgt für Riesenskandal

Immer wieder war in der Vergangenheit von verschiedenen Seiten gefordert worden, die Polizeibeamten in Deutschland auf ihre Gesinnung hin durchzuchecken. Nicht zuletzt Bundesinnenminister Seehofer jedoch wollte davon nichts wissen. Aufgedeckte Chatprotokolle diverser WhatsApp-Gruppen von Polizeibeamten in Nordrhein-Westfalen zeichnen allerdings erneut ein düsteres Bild von Teilen des deutschen Sicherheitsapparates.

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Alle involvierten Beamten suspendiert

Nach Angaben der "Frankfurter Rundschau", sollen sich an den fünf aufgedeckten rechtsextremen Chat-Gruppen nach jetzigem Kenntnisstand insgesamt 29 Polizistinnen und Polizisten beteiligt haben. Mittlerweile sind alle vom Dienst suspendiert, zudem wurden Verfahren gegen sie eingeleitet.

Im Fokus stehen dabei vor allem elf Beamte, die in den Chats mehr als hundert rechtsextreme Bilder verschickt haben sollen. Die meisten Dateien sollen im Jahr 2015 versendet worden sein, die letzte Nachricht stammt vom 27. August 2020.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach auf einer Pressekonferenz von "übelster und widerwärtigster Hetze" und "einer Schande für die Polizei".

So kam man den Verdächtigen auf die Spur

Aufgedeckt wurden die Chats innerhalb der Polizei von Essen und Mülheim/Ruhr. Nach Angaben von Reul wurden dabei Bilddateien des Naziführers Adolf Hitler, von Hakenkreuzen, Reichskriegsflaggen sowie eine fiktive Darstellung eines Geflüchteten in der Gaskammer eines Konzentrationslagers entdeckt.

Auf die Spur der Chats kam man, weil ein Handy eines jetzigen Tatverdächtigen beschlagnahmt wurde. Gegen den 32-Jährigen bestand der Verdacht gegen das polizeiliche Dienstgeheimnis verstoßen zu haben. Auf dem Gerät entdeckten die Beamten dann die Gesprächsprotokolle – und die Ermittlungen nahmen ihren Lauf.