Rheinland-Pfalz "Hitler-Glocke" in Herxheim soll wieder läuten

Redaktion Männersache 19.01.2018
Die "Hitler-Glocke" in Herxheim
© getty images/Thomas Lohnes

Georg Welker, der seit Montag amtierende Bürgermeister im rheinland-pfälzischen Herxheim, will die sogenannte "Hitler-Glocke" wieder in Betrieb nehmen.

Die aus nachvollziehbaren Gründen umstrittene Kirchenglocke, die auch als die "Hitler-Glocke" bekannt ist, soll laut dem neuen Bürgermeister der Stadt, in der sie hängt, wieder läuten. Der pensionierte Pfarrer Georg Welker höre, wie er dem ARD-Magazin "Kontrast" verriet, im Läuten der Glocke all die Menschen, die in der NS-Zeit gelitten haben.

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Der Zentralrat der Juden ist über diese Nachricht nicht erfreut. Josef Schuster, Präsident des Rats, würde die Glocke am liebsten gleich abhängen und zeigt keinerlei Verständnis für den Vorschlag des Herxheimer Bürgermeisters: Mit einer Glocke, die die Aufschrift "Alles für’s Vaterland, Adolf Hitler" trägt und mit einem großen Hakenkreuz verziert ist, den Opfern des Nazi-Regimes zu gedenken, "kommt einer Verhöhnung dieser Menschen gleich."

Der ehemalige Bürgermeister von Herxheim war nach relativierenden Äußerungen über die „Hitler-Glocke“ und den Nationalsozialismus zurückgetreten.

Georg Welker erklärt seine Entscheidung: "Ich sage nur, ich höre die Opfer, das waren auch deutsche Bürger, also nicht nur die jüdischen."

Josef Schuster kontert: "Will er damit andeuten, die Juden damals seien keine deutschen Bürger gewesen?"

Das Gutachten einer Glockensachverständigen zur "Hitler-Glocke" ist fertig, wird vom Gemeinderat aber erst bei einer der nächsten Ratssitzungen im Februar oder März diskutiert.

Die Glocke hängt seit 1934 in der protestantischen Kirche St. Jakob. Sie ist aber Eigentum der Kommune.

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