Rheinland-Pfalz "Hitler-Glocke" in Herxheim bleibt jetzt doch hängen

Redaktion Männersache 27.02.2018
Die "Hitler-Glocke" in Herxheim
© getty images/Thomas Lohnes

Die sogenannte "Hitler-Glocke" in Herxheim sorgte vergangenes Jahr für viel Lärm. Abhängen oder weiter läuten lassen? Nun hat der Gemeinderat auf Basis eines Gutachtens eine Entscheidung getroffen.

In der Jakobskirche im rheinpfälzischen Herxheim hängt eine Glocke mit dem Schriftzug "Alles für’s Vaterland – Adolf Hitler" und dem Hakenkreuz verziert. Stimmen wurde laut, diese sofort abzuhängen, als die Medien vergangenes Jahr davon erfuhren.

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Georg Welker, seit Januar 2018 amtierender Bürgermeister der Ortschaft, hatte sich dafür ausgesprochen, die Glocke hängen und wieder läuten zu lassen – wir berichteten. Welkers Vorgänger trat nach relativierenden Äußerungen über die "Hitler-Glocke" und den Nationalsozialismus zurück.

Die Glocke, die seit 1934 in Betrieb war, ist seit September 2017 inaktiv. Dennoch ließ man sich mit einer Entscheidung Zeit. Die evangelische Kirche bot sogar an, die Glocke zu entsorgen und Ersatz zu organisieren. Die Ortsgemeinde aber wollte das Sachverständigen-Gutachten abwarten. Und dieses liegt nun vor.

Die Glocke sei ein "Mahnmal gegen Gewalt und Ungerechtigkeit" und würde bei einer Entsorgung einer "Flucht vor einer angemessenen und aufgeklärten Erinnerungskultur" gleichkommen. Die Glocke sei ein Denkmal, das entweder in ein Museum gehört oder hängen bleiben müsse.

Der Gemeinderat schloss sich dem Gutachten an. Man wolle die Glocke nun wieder in Betrieb nehmen und eine Gedenktafel installieren.

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