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Crime-Update

Harold Shipman: Doctor Death mordet in Manchester

Hat Harold Shipman über 600 Menschen ermordet? Dieses Geheimnis nahm der als Doctor Death bekannte Serienmörder aus Manchester mit ins Grab.

Harold Shipman, ein schweigsamer Serienmörder
Harold Shipman, der Mann mit dem leeren Blick. Greater Manchester Police via Getty Images

Harold Shipman: Doctor Death mordet in Manchester

Harold Shipman versetzte Manchester – und ganz Großbritannien – Ende der 90er in eine Schockstarre: Der britische Hausarzt hatte jahrzehntelang Patienten getötet, ohne dass es jemandem aufgefallen war. 

Schuldig gesprochen wurde Doctor Death schließlich in 15 Fällen. Doch seine wahre Opferzahl konnte nie geklärt werden. 

Harold Shipman: Jack the Ripper der Neuzeit?

Der Vergleich zum legendären Serienmörder Jack The Ripper fällt leicht. Zum einen, weil beide Mörder in Großbritannien ihr Unwesen trieben. Zum anderen, weil sie Frauen umbrachten. 

Dabei hatte das Leben von Harold Shipman am 14. Januar 1946 so vollkommen normal begonnen. Er wuchs als frommer Methodist in der Arbeitsklasse von Nottingham auf, war ein überdurchschnittlich guter Sportler und rundum beliebt

Doch mit 17 Jahren verlor er seine Mutter an Lungenkrebs. Ob das der Wendepunkt im Leben von Doctor Death war? Hat er den Tod seiner geliebten Mutter nie verkraftet? 

15 oder 610? Niemand kennt die Opferzahl von Doctor Death

Nachdem er das Medizinstudium 1970 erfolgreich abgeschlossen hatte, tingelte Harold Shipman zunächst von Job zu Job, bis er sich 1977 als Allgemeinarzt am Donneybrook Medical Centre in Hyde bei Manchester niederließ und dort 1993 eine eigene Praxis für Chirurgie eröffnete. 

Zu diesem Zeitpunkt galt er bereits als Vorzeigebürger: Vorsitzender des Ambulanzdienstes, Mitglied des Elternbeirates, engagiert in der Stadterhaltung sowie Vater von vier Kindern und treu verheirateter Ehemann. Ehrenhafter kann ein Mann kaum leben. 

Doch hinter der Fassade steckte ein Monster namens Doctor Death

Zwischen 1971 und 1998 soll er unzählige Patienten umgebracht haben. Unzählig trifft es dabei auf den Punkt: Zwar wurde Harold Shipman im Januar 2000 in 15 Fällen des Mordes angeklagt, schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt, doch wie viele Menschen genau er getötet hat, ist bis heute ungewiss.

Die Angaben über die Opferzahlen variieren von 100 bis hin zu 610 Toten

Warum die Morde nie auffielen? Harold Shipman tötete nicht etwa blutig, sondern perfide unauffällig, indem er seinen Patienten eine tödliche Dosis Morphin oder Heroin verabreichte. Da es sich überwiegend um ältere Damen handelte, machten die Tode (zunächst) niemanden stutzig.

Doch, dass Doctor Death nur Frauen getötet hat, wird inzwischen angezweifelt: Unter seinen Opfern sollen sich auch mehrere Männer befinden. Bestätigt ist das allerdings nicht. 

Die Schlinge zieht sich zu

1997 kamen erste Zweifel an der weißen Weste des Vorzeigebürgers auf. Deborah Massey erkannte, dass in dem Bestattungsinstitut ihres Mannes mehr und mehr Shipman-Patientinnen aufgebahrt wurden. Ein Zufall?

Sie glaubte nicht daran und sprach John Shaw darauf an. 

Dieser war als Taxifahrer in Hyde unterwegs und fuhr vor allem ältere Damen in der Gegend umher. Über die Jahre hatte er es sich zur Angewohnheit gemacht, nach dem Hausarzt zu fragen, sobald eine seiner Kundinnen verstorben war.

Immer öfter fiel dabei der Name Harold Shipman. 

Zwar wurde aufgrund dieser Verdächtigungen die Polizei informiert, doch die Beamten taten den Fall ab: Es gebe "keine Grundlagen für weitere Nachforschungen"

Erst als Shipman selbst einen Fehler beging, wurde er überführt. 

Ein gefälschtes Testament bringt Doctor Death zu Fall

Ende Juni 1998 brachte der Hausarzt Kathleen Grundy (†81) um, die wohlhabende Bürgermeisterswitwe, und fälschte ihr Testament: Statt ihrer Kinder war nun er selbst der Alleinerbe ihres Vermögens in Höhe von 386.402 Pfund.

Grundys Tochter Angela Woodruff allerdings war Anwältin und glaubte dem auf einer Schreibmaschine getippten Papier keinen Augenblick. Immerhin hatte ihre Mutter schon 1986 ihr Testament gemacht, das in Woodruffs Kanzlei hinterlegt war und mit keiner Silbe den Hausarzt der alten Dame erwähnte. 

Angela Woodruff zeigte Harold Shipman an und die Polizei begann, den Fall haarklein unter die Lupe zu nehmen. Dazu gehörte auch die Exhumierung der Leiche Gundys. Im toxikologischen Befund kam heraus, dass sie mit Morphium vergiftet worden war. 

Im Anschluss weiteten die Beamten die Untersuchungen aus, exhumierten noch mehr Leichen und stellten Shipman schlussendlich in 15 Mordfällen vor Gericht. 

Harold Shipman: Schweigen bis zum Schluss

Jeder Serienmörder geht mit seiner Verhaftung anders um. Während Jeffrey Dahmer, die Bestie von Milwaukee (Jeffrey Dahmer: Die Bestie von Milwaukee), ein vollständiges Geständnis ablegte und der Polizei sogar von jenen Morden berichtete, die ohne seine Aussage nie entdeckt worden wären, spielte Serienvergewaltiger Ted Bundy den Rätselhaften, sprach von sich in der dritten Person und gab nur sehr widerwillig Details preis.

Harold Shipman dementierte zunächst sämtliche Vorwürfe gegen sich – selbst die wissenschaftlich bewiesenen. Danach schwieg er. Und schwieg. Und schwieg. Und schwieg. 

Auch zu seinem Motiv sagte er nie etwas. Warum Harold Shipman getötet hat, kann nur vermutet werden. Manche glauben, er habe Gott spielen wollen. Geäußert hat er sich nicht dazu.  

Am 13. Januar 2004 – einen Tag vor seinem 58. Geburtstag –  erhängte sich Doctor Death schließlich in seiner Zelle im Wakefield Gefängnis und machte so jegliche Chance auf Aufarbeitung zunichte. Die meisten nennen Harold Shipman deswegen einen Feigling. 

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